FP-Akademikerverband wandelt Horst-Wessel-Lied ab

15. Jänner 2014, 11:05
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Karl Öllinger: "Plumpe Provokation" - Weiter Kritik am WKR-Ball

Der Akademikerball - Nachfolger des umstrittenen WKR-Balls - sorgt im Vorfeld wieder für Auseinandersetzungen. Die "Offensive gegen Rechts" erklärte am Mittwoch in einer Aussendung, sie halte es für "untragbar", dass der Ball am 24. Jänner in der Wiener Hofburg stattfindet und kündigte Proteste am Veranstaltungsabend an.

Am von der FPÖ ausgerichteten Akademikerball treffe sich die Elite der europäischen Rechten, kritisiert die "Offensive gegen Rechts". Das Bündnis aus 40 Organisationen erklärte: "Für uns ist die widerstandslose Duldung einer solchen Veranstaltung keine Option." Für den 24. Jänner wird daher ab 17 Uhr zu einer Demo vor der Universität Wien aufgerufen. Auch SOS Mitmensch rief für diesen Tag um 18.30 Uhr zum Protest am Wiener Heldenplatz auf, als "Zeichen gegen ein Europa des Rechtsextremismus".

Die "Arbeitsgemeinschaft Freiheitlicher Akademikerverbände" nimmt indes in einer Presseaussendung Anlehen am verbotenen Horst-Wessel-Lied. Die Aussendung trägt den Titel "Die Straße frei den linken Bataillonen", im einstigen Kampflied der SA heißt es "Die Straße frei den braunen Bataillonen." Das berichtet der Kurier.

Öllinger: Plumpe Provokation

Karl Öllinger, ehemaliger Grünen-Abgeordneter zum Nationalrat nennt das im Gespräch mit derStandard.at eine "plumpe Provokation" als welche man sie "stehen lassen soll". Es passiere den Freiheitlichen leider immer sehr häufig, aus Texten aus brauner Vergangenheit abgewandelte Zitate zu bringen, was darauf hindeute, dass sie sich in dem einschlägigen Liedgut sehr gut auskennen. Laut Öllinger ist der Akademikerball ein Symbol für die FPÖ geworden und wird zelebriert werden. "Es geht darum, dass man sich an einem der repräsentativsten Orte der Republik zeigt", so Öllinger.

Empört gibt sich auch Willi Mernyi vom Mauthausen Komitee (MKÖ) im Kurier. "Das ist der beste Beweis dafür, in welch geistigem Umfeld sich diese Leute bewegen, und warum wir gegen den Ball sind – eine derartige Gedankenwelt soll nicht salonfähig gemacht werden", kritisierte er. Er ortet eine "klassische Täter-Opfer-Umkehr."

Die FPÖ fühlt sich unterdessen laut Medienberichten vom Rapper "lev bro" angegriffen. Der Musiker postete auf Facebook das Video zu seinem "partisan*innenrap", in dem es heißt: "Machen wir die City platt. Hände hoch Strache, deine Uhr tick-tack. Raus aus der Hofburg mit dem Nazipack. Mit 'ner AK-47 rein ins Gefecht, NOWKR, Offensive gegen Rechts." (ekk, apa, derStandard.at, 15.1.2014)

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