Neuer Fördertopf für Prototypen

14. Jänner 2014, 20:34
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15 Uni-Projekte sollen Sprung von der Grundlagenforschung zum Markt erleichtern

Als das Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium im vergangenen September die Initiative für die Gründung von neuen "Wissenstransferzentren" verkündeten, waren sie noch nicht vereint. Die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft ist dabei programmatisch: Drei Module zur besseren Vermarktung von Wissen werden gefördert.

Vorige Woche gab das nunmehr verschmolzene Ministerium ein erstes Ergebnis bekannt, nämlich die Entscheidung über den ersten Call des Moduls zur Prototypenförderung namens "Prize". 15 Einreichungen erhielten von einer internationalen Fachjury den Zuschlag und damit jeweils eine Förderung von bis zu 150.000 Euro. Insgesamt werden 1,43 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, "um Grundlagenforscher an den Universitäten bei der Entwicklung eines patentfähigen Prototyps zu unterstützen", heißt es aus dem Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium.

Die Förderschiene soll eine Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die wirtschaftliche Praxis erleichtern und die Verwertung von universitären Erfindungen beschleunigen. Ziel sei es zudem, die Zusammenarbeit von Unis und Forschungseinrichtungen untereinander zu verbessern, weshalb auch Kooperationsprojekte unterstützt würden.

Bei einem dieser Kooperationsprojekte entwickelt die TU Wien gemeinsam mit der Donau-Universität Krems einen Sensor, der in der Physik und Nanotechnologie angewendet werden soll. Die Med-Uni Wien kooperiert mit der Uni Wien, um neue Substanzen bei der Behandlung von Autoimmunkrankheiten wie multiple Sklerose zu testen. Weitere Projekte beschäftigen sich mit der Effizienz von Kommunikationssatelliten (TU Graz), mit der Akkuleistung von Handys (Uni Linz und FH Vorarlberg), Krebsforschung (Med-Uni Innsbruck), Bautechnologien (Uni Innsbruck), umweltfreundlicher Erdölgewinnung (Montan-Uni Leoben) und mit der Krankheitsbekämpfung bei Bienen (Uni Graz).

Weitere Schienen des Programms "Wissenstransferzentren" betreffen den Aufbau von drei regionalen Ansprechstellen für Wissenschafter und Unternehmen, die Einrichtung eines Infrastruktur- und Kompetenzzentrums für Life-Sciences und ein Modul zur Patentförderung an Universitäten. Das von der Förderbank Austria Wirtschaftsservice (AWS) abgewickelte Programm soll durch einen Beirat, laufendes Monitoring und externe Evaluierung begleitet werden. (kri, DER STANDARD, 15.1.2014)

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