Forscher lassen "Qualle" fliegen

17. Jänner 2014, 16:12
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Fluggerät ahmt Schwimmbewegung der Hohltiere nach - Konstruktion nach einfachem Prinzip bringt großes Potenzial zur Gewichtseinsparung mit sich

Weltweit beschäftigen sich viele Forschergruppen mit der Konstruktion von Flugobjekten im Miniformat. Bisher hat man dabei vor allem die Flugtechnik von Insekten oder Vögeln nachgeahmt. Nun aber entwickelten New Yorker Wissenschafter ein Fluggerät, das die Schwimmbewegungen einer Qualle simuliert, wie sie im "Journal of the Royal Society Interface" berichten.

 

Das relativ einfache Prinzip: Indem sich vier kreisförmig angeordnete Schwingen öffnen und schließen, steigt die federleichte Konstruktion auf und schwebt durch die Luft. Wie Leif Ristroph und Stephen Childress von der New York University schreiben, sei dies der erste Ornithopter (ein Fluggerät, das durch Bewegung der Tragflächen Vortrieb erzeugt), der ohne Regelung und aerodynamische Stabilisierung etwa durch Segelflächen auskomme.

Das neue, 2,1 Gramm leichte Gerät besteht aus drei Ringen aus Karbonfasern, einem kleinen Motor und acht Zentimeter langen Flügeln, die mit einer transparenten Polyesterfolie bespannt sind. Den Motor betreibt keine Batterie, sondern eine externe Stromquelle, mit der er über ein Kabel verbunden ist. So lassen sich die Voltzahl und damit die Frequenz der Flügelschläge regulieren.

Überwachung, Aufklärung oder Kontrolle

Die Forscher glauben, dass kleinformatige Flugzeuge, die mit den Flügeln schlagen, künftig zur Überwachung und Aufklärung oder zur Kontrolle des Verkehrs oder der Luftqualität dienen könnten. Anders als Roboter, die Insekten imitieren, biete die Quallentechnik mehr Stabilität. Je kleiner die Roboter würden, desto schwerer werde es, Regelungstechnik einzubauen - die neue Methode könne sich daher als nützlich erweisen.

Unklar ist allerdings noch, wie das Gerät im Freien stabil fliegen kann, wo die Luftwirbel weitaus stärker sind. (tasch, dpa, DER STANDARD, 15.1.2014)

  • Der sogenannte "Ornithopter" beim Flattern.
    foto: royal society

    Der sogenannte "Ornithopter" beim Flattern.

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