Gigantopithecus blacki: Warum "King Kong" ausstarb

14. Jänner 2014, 19:23
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Die größte bekannte Menschenaffenart lebte bis vor rund 300.000 Jahren in Ostasien

Es gab ihn wirklich - nur war er eher keine X-large-Version eines Gorillas, sondern vermutlich ein drei Meter großer Verwandter vom Orang-Utan. Die Rede ist von Gigantopithecus blacki, dem größten bekannten Menschenaffen. Auf die Spur kam ihm übrigens der Anthropologe Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald, der 1935 in einer chinesischen Apotheke einen riesigen Zahn erwarb.

Seitdem hat man etliche weitere Zähne und Kiefer gefunden, die immerhin darauf schließen lassen, dass der in Ostasien beheimatete Monsteraffe bis zu 500 Kilogramm wog und vor 300.000 bis 400.000 Jahren ausgestorben sein dürfte.

Doch was war schuld? Der chinesische Forscher Yingqi Zhang und Kollegen hat 17 der jüngsten Zähne des Riesenaffen analysiert und mit älteren verglichen. Sie berichten nun im Fachblatt "Quaternary international", dass die jüngeren Zähne ziemlich kaputt waren. Er folgert, dass die Tiere statt ihrer Lieblingsnahrung Bambus wegen Klimaveränderungen auf nährstoffarme Früchte umstellten, deren Säure das Zahnschmelz schädigte. Das sowohl den Zähnen wie auch den Tieren selbst den Garaus gemacht.

Der deutsche Forscher Kornelius Kupczik vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig zweifelt allerdings an dieser These. Auch heutige Schimpansen würden Früchte essen, deren Säure schlecht für das menschliche Zahnschmelz ist, sagt er im Fachblatt "New Scientist". Die Schimpansenzähne hätten kein Problem damit. (tasch, DER STANDARD, 15.1.2014)

  • Bisher wurden nur Zähne und Kieferknochen des riesigen Menschenaffen entdeckt. Diese lassen immerhin auf den Grund seines Aussterbens schließen.
    illustration: discott

    Bisher wurden nur Zähne und Kieferknochen des riesigen Menschenaffen entdeckt. Diese lassen immerhin auf den Grund seines Aussterbens schließen.

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