"Bis jemand stirbt, wird es so weiterlaufen"

Ansichtssache14. Jänner 2014, 15:54
134 Postings

"Es hat sich angefühlt, als wäre man unter einer Glocke. Man dachte, es schmilzt einem die Haut weg", sagte die Deutsche Tennisspielerin Andrea Petkovic am Dienstag nach ihrem verlorenen Match beim Grand-Slam-Turnier von Melbourne. Und Besserung ist nicht in Sicht. Bis Freitag soll das Thermometer täglich die 40-Grad-Marke überschreiten. 

Die Chinesin Peng Shuai musste sich bei ihrer Niederlage gegen die Japanerin Kurumi Nara auf dem Platz übergeben, der Kanadier Frank Dancevic bekam auf dem Court einen Schwindelanfall. Um 17.45 Uhr erreichte die Temperatur mit 42,2 Grad ihren Höhepunkt, zu diesem Zeitpunkt hatten viele Spieler wie der Deutsche Julian Reister schon entkräftet aufgeben müssen.

Harte Kritik von Dancevic

Dancevic kollabierte während des zweiten Satzes, konnte seine Partie aber nach einer Behandlungspause zu Ende spielen. "Viele Spieler haben Probleme. Es ist einfach zu heiß, um zu spielen, aber bis einmal jemand stirbt, wird es so weiterlaufen", kritisierte Dancevic, der dem Franzosen Benoit Paire 6:7, 3:6 und 4:6 unterlag. Er findet die Sache nicht fair. "Ich habe schon sehr viele Fünf-Satz-Matches gespielt, dass ich dann nach eineinhalb Sätzen einen Hitzschlag bekomme, ist nicht normal. Es ist gefährlich da draußen auf dem Platz."

Manche Spieler sahen die Sache nicht so dramatisch. "Es ist für beide Spieler gleich, nur eine mentale Sache", meinte Roger Federer. Der Schweizer erfüllte seine Erstrundenaufgabe ohne Mühe, setzte sich gegen den Australier James Duckworth 6:4, 6:4 und 6:2 durch. Dreisatzsiege gab es auch für den Briten Andy Murray und Jo-Wilfried Tsonga. Juan Martin del Potro musste hingegen beim 6:7, 6:3, 6:4 und 6:4 gegen Rhyne Williams genauso einen Satz abgeben wie Milos Raonic beim 7:6, 6:1, 4:6 und 6:2 gegen Daniel Gimeno-Traver.

Nadal sparte Kräfte

Der topgesetzte Spanier Rafael Nadal konnte Kräfte sparen, gab doch sein australischer Gegner Bernard Tomic schon nach Verlust des ersten Satzes wegen einer Oberschenkelverletzung auf. "Bei solchen Temperaturen ist es gut, Energie zu sparen", war sich der Weltranglistenerste bewusst. Seine kommende Hürde auf dem Weg zum nächsten Melbourne-Triumph nach 2009 ist mit dem erst 17-jährigen Thanasi Kokkinakis neuerlich ein Australier.

Für den US-Amerikaner John Isner ist das Turnier schon nach der Auftaktrunde zu Ende. Die Nummer 13 gab beim Stand von 2:6 und 6:7 gegen den Slowaken Martin Klizan wegen einer schon beim Hopman Cup erlittenen Knöchelverletzung auf. 2013 hatte Isner das erste Major-Turnier des Jahres wegen einer Knieverletzung verpasst. (APA; 14.1.2014)

foto: apa/ap/rahi

Da lacht Frank Dancevic noch.

1
foto: apa/ap/kajiyama

Chan Hao-ching aus Taiwan balanciert einen Eisbeutel auf dem Kopf.

2
foto: apa/ap/favilla

Der Japaner Kei Nishikori probiert es mit einer Stereo-Kühlung.

3
foto: apa/ap/kajiyama

Ebenso die Italienerin Camila Giorgi.

4
foto: apa/ap/brownbill

Jelena Jankovic bevorzugt einen kalten Schal.

5
foto: reuters/malone

Auch die Ballbuben haben mit den Umständen zu kämpfen. Der Spanier Daniel Gimeno-Traver kommt einem kollabierten Helferlein zu Hilfe...

6
foto: apa/epa/shrestha

Das Ende vom Lied.

7
foto: apa/ap/favilla

Auch die Zuseher schützen sich gegen die Sonne.

8
foto: apa/ap/castro

Radikale Lösung zur Abkühlung der Kinder.

9
foto: ap/hamilton

Die Schweizer Nachwuchshoffnung Belinda Bencic entschied sich für ein Kontrastprogramm: Wohlfühltag bei den Pinguinen im Melbourner Zoo.

10
Share if you care.