Hoher EU-Förderpreis für sechs Forscher in Österreich

14. Jänner 2014, 13:27
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"Consolidator Grants" des Europäischen Forschungsrats vergeben - Auch vier im Ausland tätige österreichische Forscher erhalten Auszeichnung

Wien/Brüssel - Sechs in Österreich tätige Wissenschafter erhalten mit einem hoch dotierten "Consolidator Grant" des Europäischen Forschungsrats (ERC) einen Karriere-Boost. Das gab der ERC am Dienstag zum Abschluss der aktuellen Ausschreibungsrunde bekannt. Zudem erhalten vier im Ausland tätige österreichische Forscher diesen wissenschaftlichen Förderpreis.

Bei den "Consolidator Grants" handelt es sich um eine 2012 neu vom ERC eingeführte Preiskategorie, um Wissenschaftern in der Mitte ihrer Karriere zu ermöglichen, ihre Laufbahn unabhängig zu entwickeln und ihre selbstständige Forschungstätigkeit weiter zu konsolidieren. Die Förderung beträgt bis zu 2,75 Millionen Euro, im Schnitt erhalten die insgesamt 312 bei dieser Antragsrunde mit dem Förderpreis ausgezeichneten Forscher 1,84 Millionen Euro.

Geo-Wiki, Computervision, Quanteninformationen

Steffen Fritz vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien erhält einen mit 1,4 Millionen Euro dotierten "Consolidator Grant" für ein Geo-Wiki-Projekt, bei dem Bürger als "citizen scientists" in der globalen Forschung über die Landnutzung mitarbeiten sollen.

Fumiyo Ikeda vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien forscht in ihrem mit 2 Millionen Euro dotierten ERC-Projekt über die sogenannte Ubiquitinierung. Ubiquitin ist ein Protein, das verschiedene biologische Funktionen reguliert, etwa die Qualitätskontrolle von Proteinen bzw. deren Abbau. Bei der Ubiquitinierung spielt das katalytische Protein HOIP eine Rolle, dem sich Ikeda widmen will.

Der Computerwissenschafter Vladimir Kolmogorov vom Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ) erhält einen mit 1,6 Millionen Euro dotierten Förderpreis für ein Projekt im Bereich Computervision. Besondere Aufmerksamkeit will er dabei bestimmten Algorithmen schenken, die in den vergangenen Jahren die Computervision revolutioniert haben.

Der Quantenphysiker Arno Rauschenbeutel vom Atominstitut der Technischen Universität (TU) Wien wird sich in seinem vom ERC mit zwei Millionen. Euro geförderten Projekt mit der Entwicklung von Grundbausteinen für ein Glasfaser-Kommunikationsnetz beschäftigen, mit dem man Quanteninformation zwischen Kontinenten teleportieren kann. Als Speicher- und Recheneinheit dienen dabei Atome, die mittels ultradünner Glasfasern an Lichtsignale gekoppelt werden.

Aerosolteilchen und die Wolkenbildung

Der Aerosolphysiker Paul Winkler von der Uni Wien will im Rahmen seines mit 1,8 Millionen Euro dotierten ERC-Projekts untersuchen, wie in der Atmosphäre winzige Partikel, sogenannte Aerosolteilchen, entstehen, die entscheidend bei der Wolkenbildung sind.

Mit dem Experimentalphysiker Florian Schreck vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der ÖAW in Innsbruck wird ein weiterer Physiker ausgezeichnet. Schreck wird allerdings seine Forschungen über Quantenvielteilchensystemen im Ausland durchführen, er trat im Dezember eine Professur an der Uni Amsterdam an.

Zudem erhalten vier im Ausland tätige Österreicher einen "Consolidator Grant": der Evolutionsbiologie Walter Salzburger von der Universität Basel (Schweiz), der Mathematiker Martin Burger von der Universität Münster (Deutschland), die Kognitionsforscherin Natalie Sebanz von der Central European University in Budapest (Ungarn) und der Mathematiker Martin Hairer von der University of Warwick (Großbritannien).


Link
Europäischer Forschungsrat: Consolidator Grants

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