DDR-Häftlinge fertigten offenbar für VW und Aldi

14. Jänner 2014, 13:42
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Laut einer Studie haben aus der Bundesrepublik Deutschland mehr Unternehmen als bisher bekannt von Zwangsarbeit profitiert

Mainz - Nicht nur Ikea, auch Aldi oder Volkswagen haben einem Fernsehbericht zufolge von Zwangsarbeit in der DDR profitiert. Zahlreiche Firmen aus der Bundesrepublik Deutschland ließen Waren oder Warenbestandteile vor allem während der Ära Honecker in den 1970er- und 1980er-Jahren billig in DDR-Betrieben produzieren, die auch Häftlinge beschäftigten, berichtete das ARD-Magazin "Report Mainz".

Die Sendung, die am Abend ausgestrahlt werden sollte, beruft sich auf eien noch nicht veröffentlichte Studie der Stasi-Unterlagen-Behörde. Der Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, sagte dem "Report Mainz", es seien viel mehr Unternehmen involviert als bisher bekannt: "Das Forschungsprojekt hat gezeigt: Ikea war nur die Spitze des Eisbergs." Das Unternehmen aus Schweden hatte im November eingeräumt, dass in der DDR politische Häftlinge und Strafgefangene unter Zwang Möbel für den Konzern fertigen mussten.

"Knastware für den Klassenfeind"

Die Untersuchung "Knastware für den Klassenfeind" des Historikers Tobias Wunschik nennt "Report Mainz" zufolge zahlreiche Unternehmen aus der Möbelindustrie, Versandhäuser und Warenhäuser, aber auch Unternehmen aus der Auto- und Stahlindustrie, die in den DDR-Betrieben produzieren ließen. Laut Wunschik wurden schätzungsweise mindestens 200 Millionen Mark jährlich mit Waren umgesetzt, die allein auf Häftlingsarbeit beruhten.

Aldi habe demnach über die VEB Esda Thalheim Strumpfhosen bezogen. Hier seien auch weibliche Gefangene des DDR-Frauenzuchthauses Hoheneck zur Zwangsarbeit eingesetzt gewesen. Volkswagen habe im Zuge von Kompensationsgeschäften unter anderem Scheinwerfer und Abdeckklappen vom DDR-Betrieb VEB Kombinat Fahrzeugelektrik Ruhla erhalten. Auch dort seien Gefangene zur Arbeit gezwungen worden. Beide Unternehmen erklärten gegenüber "Report Mainz", den Einsatz von Häftlingen weder gebilligt noch davon gewusst zu haben. (APA, 14.1.2014)

  • Zahlreiche Unternehmen verdienten an Zwangsarbeit.
    foto: ap/uwe anspach

    Zahlreiche Unternehmen verdienten an Zwangsarbeit.

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