Noch mehr Bedenken gegen Smart Meter

30. Dezember 2013, 09:39
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Dachverband Erneuerbare Energie spricht sich für einen Stopp aus: Einführung der neuen Zähler koste viel und bringe wenig

Wien - In den kommenden zwei Jahren beginnt in Österreich die flächendeckende Einführung der sogenannten Smart Meter, bis 2019 sollen 95 Prozent der Haushalte mit den intelligenten Stromzählern ausgestattet sein. Zuletzt hatte Datenschutzexperte Hans Zeger massive Bedenken geäußert. Die Geräte seien technisch noch nicht ausgereift, erklärte er jüngst im ORF-Radio.

Jetzt verlangt auch der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich eine Nachdenkpause für die geplante Einführung. Die neuen Stromzähler seien teuer, und gerade bei Haushaltskunden werde sich der Stromverbrauch in der Praxis kaum ändern. "Die Einführung der Smart Meter bei Haushaltskunden kostet viel und bringt wenig, und daher verlangen wir eine Nachdenkpause", so Jurrien Westerhof, Geschäftsführer vom EEÖ in einer Aussendung.

Rechnet man die Kosten der neuen Zähler von 100 bis 150 Euro, dann sei damit zu rechnen, dass alleine die Geräte für die Haushalte Kosten von bis zu einer halben Milliarde Euro verursachen. Dabei betrage der Stromverbrauch der Haushaltskunden nur etwa ein Viertel des gesamten Strombedarfs, rechnet der Dachverband vor. Viel mehr Nutzen würde erreicht werden, wenn es gelänge, den Stromverbrauch großer Industrieunternehmen stärker zu steuern.

Derzeit ist vorgesehen, dass bis Ende 2019 95 Prozent der Stromzähler umgestellt werden müssen. Lediglich fünf Prozent der Kunden darf von der sogenannten Opt-Out-Regelung Gebrauch machen, und den alten Zähler behalten. Ungeklärt ist, wer zu diesen fünf Prozent gehören darf, und was passiert, wenn mehr Menschen als erlaubt den Smart Meter verweigern.

Hoffnung auf Intelligentes Stromnetz

"Das Stromnetz der Zukunft muss intelligenter werden, und dazu braucht es Technologie und Steuerung. Aber es ist nicht sehr sinnvoll, bei Kleinverbrauchern anzufangen, während der Nutzen bei den Großkunden viel größer wäre", so Westerhof. "Das Problem ist, dass die Einführung der Smart Meter zwar von der EU beschlossen wurde, aber dass diese Entscheidung trotz aller Kritik seitdem nie mehr in Frage gestellt wurde."

Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich verlangt daher eine Nachdenkpause und einen Stopp für den Roll-Out bei Haushalten. Zentrale Frage müsse sein, wie in Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern Stromnachfrage und -angebot effektiv und kostengünstig auf einander abgestimmt werden können - angefangen bei Großabnehmern

Nachdenken

Datenschutzexperte Zeger hat den Bürgern geraten, genau überlegen, ob sie sich einen intelligenten Stromzähler installieren. Zeger empfahl, so lange zu warten, bis es europaweite Sicherheitsstandards gibt und die Geräte so ausgereift sind, dass sie diesen Standards auch entsprechen. In ein bis zwei Jahren werde das der Fall sein. (red, derStandard.at, 14.1.2014)

  • Der intelligente Stromzähler hat zahlreiche Kritiker - eigentlich soll er den Bürgern und Bürgerinnen beim Stromsparen helfen.
    foto: ap/thissen

    Der intelligente Stromzähler hat zahlreiche Kritiker - eigentlich soll er den Bürgern und Bürgerinnen beim Stromsparen helfen.

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