Drohnen bewachen gefährdete Nashörner

13. Februar 2014, 14:54
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Start-up Airware testete neue Überwachungsmöglichkeiten in Kenia

Dass Dronen nicht nur ein Technik-Spielzeug, Überwachungswerkzeug oder Kriegsmittel sein können, will das Start-up Airware beweisen. Das Unternehmen entwickelt Flugmaschinen, die es erleichtern soll, gefährdete Tiere vor Wilderern zu schützen.

Bedrohte Nashörner

Nun vermeldete man einen erfolgreichen, zweiwöchigen Feldtest, den man im Ol Pejeta-Naturschutzreservat in Kenia durchgeführt hat. In diesem Areal leben unter anderem zwei gefährdete Nashornarten – das Spitzmaulnashorn und das Breitmaulnashorn.

Trotz hoher legaler Abschusspreise, die eine Höhe von bis zu 350.000 Dollar bei Jagd-Auktionen erreichen sowie schwerer Strafandrohungen werden die Tiere immer wieder Opfer von Wilderern. Vom nördlichen Breitmaulnashorn soll es laut Angaben von Airware nur noch sieben lebende Exemplare geben.

Die Reservatsmitarbeiter bedienten sich bislang üblicherweise Jeeps und Kleinflugzeuge, um den Tierbestand zu kontrollieren und das Areal auf Eindringlinge abzusuchen. Ein Weg, der vergleichsweise kostenintensiv ist.

Mehr Kontrolle

Im Testlauf kamen drei Drohnen-Modelle zum Einsatz, zwei mit fixierten Flügeln sowie eine mit beweglichen. Laut Airware-CEO Jonathan Downey wurden sie dafür entwickelt, komplett eigenständig zu operieren. Das erlaubt den Parkwächtern eine deutliche Ausweitung ihrer Kontrollmöglichkeiten, berichtet The Verge.

Aufgrund der niedrigen Flughöhe, die zwischen etwa 30 und 120 Meter liegen soll, und der hochauflösenden Kameras erhalten die Ranger außerdem sehr detaillierte Aufnahmen. In der Nacht kommen Infrarot-Kameras zum Einsatz, mit welchen man die Lagerfeuer von Wilderern einfach aufspüren kann.

Erwartungen mehr als erfüllt

Seitens der Naturschützer zeigte man sich nach dem Probedurchgang beeindruckt. Laut Chief Commercial Officer Robert Breare hat das Airwave-System die Erwartungen übertroffen. Trotzdem dürfte das Ol-Pejeta-Reservat nicht bereit sein, für den dauerhaften Einsatz der Drohnen aufzukommen. Den Testlauf hatte man per Crowdfunding auf Indiegogo realisiert, die Kosten beliefen sich auf 46.000 Dollar.

Auch bei Airwave rechnet man nicht damit, auf diesem Wege große Einnahmen zu erschließen. Man sieht den Einsatz mehr als Lernerfahrung im Bereich des vollständig autonomen Drohnenflugs und als Demonstration dessen, was die Technologie zu leisten imstande ist. In den USA soll die Flugaufsichtsbehörde FAA bis Ende 2015 Betriebsrichtlinien für den kommerziellen Drohnenflug erarbeiten. (red, derStandard.at, 13.02.2014)

Video: Drohnentest in Kenia

  • Drohnen könnten künftig eine wichtige Rolle im Naturschutz spielen.
    foto: airware

    Drohnen könnten künftig eine wichtige Rolle im Naturschutz spielen.

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