Kirchenaustritte 2013 um 4,8 Prozent gestiegen

14. Jänner 2014, 10:22
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Zahl der Katholiken 2013 um rund ein Prozent geschrumpft

Wien - Die Zahl der Kirchenaustritte ist 2013 gegenüber dem Jahr zuvor leicht gestiegen. Insgesamt 54.845 Personen meldeten sich im vergangenen Jahr ab, 2012 waren es laut amtlicher Statistik 52.336, meldete die "Kathpress" am Dienstag. Das entspricht einer Zunahme der Austritte um 4,8 Prozent. Die Zahl der Katholiken in Österreich ist um rund ein Prozent von 5,36 Millionen auf 5,31 Millionen geschrumpft.

Höchststand im Jahr 2010

Laut Bischofskonferenz bewegen sich die Austritte mit den jüngsten Zahlen im Rahmen der vergangenen Jahre, wobei die Diözesen unterschiedliche Entwicklungen melden. Während einige einen leichten Rückgang verzeichnen, hat die Zahl der Austritte in anderen leicht zugenommen. 2011 verließen insgesamt 59.023 Personen die Kirche, 2009 waren es 53.269. 2010 musste die Kirche 85.960 Austritte verzeichnen - ein historischer Höchststand -, was damals zu einem Gutteil auf das Bekanntwerden von Missbrauchsfällen im kirchlichen Bereich zurückzuführen war.

Rund 5.000 Eintritte

Mit Stichtag 31. Dezember 2013 wurden auch 4.769 Personen in die Kirche wieder oder neu aufgenommen. Das ist um 6,5 Prozent mehr als 2012 (4.477 Eintritte). 586 Personen machten von ihrem Recht auf Widerruf Gebrauch. Damit sind Menschen gemeint, die zunächst ihren Austritt erklärt hatten, nach einem Kontakt mit kirchlichen Verantwortlichen und innerhalb einer Dreimonatsfrist aber wieder Abstand von diesem Schritt nahmen. Die Widerrufe sind 2013 deutlich weniger (minus 10,1 Prozent) als 2012 (652).

Bei den Angaben für 2013 handelt es sich um vorläufige Zahlen. Kleinere Korrekturen - vor allem bei den Neu- und Wiedereintritten - sind noch zu erwarten, da noch nicht in allen Diözesen die Daten für die letzten Monate des Vorjahres umfassend vorliegen. Erfahrungsgemäß werden die Zahlen der Kircheneintritte und der Widerrufe noch leicht steigen.

Positiv-Trends in Wien

Die Anzahl der Kirchenaustritte ist aber nicht in allen Diözesen gestiegen. Die verhältnismäßig beste Situation konnte am Dienstag die Diözese Feldkirch mit ihrem neuen Bischof Benno Elbs vermelden: 2.532 Personen traten 2013 aus der Kirche aus, im Jahr davor waren es noch 2.747, was 7,83 Prozent weniger Abmeldungen bedeutet. In St. Pölten verzeichnete man ein Minus von 5 Prozent bei den Austritten, in der Erzdiözese Wien ein leichtes von 2 Prozent. In den restlichen Diözesen wurde der Gesamttrend von insgesamt 4,8 Prozent plus bei den Austritten bestätigt. 

Kirche sieht Hoffnungspotenzial

Als "Stabilisierung mit Hoffnungspotenzial" bezeichnete der Medienreferent der Bischofskonferenz, Paul Wuthe, die kirchliche Situation mit Blick auf die aktuellen Katholikenzahlen. "Trotz der Kirchenaustritte setzen über 99 Prozent der Katholikinnen und Katholiken durch ihr Bleiben oder den Eintritt ein klares 'Ja' zu ihrer Kirche", sagte dieser am Dienstag via "Kathpress" und verwies darauf, dass damit die katholische Kirche "im Vergleich mit anderen großen Institutionen des Landes sehr gut dasteht".

Hoffnung gebe vor allem das neue positive Interesse an Kirche und Glauben, das mit Papst Franziskus zusammenhänge. Der deutliche Rückgang an Kirchenaustritten gegen Jahresende in einigen Diözesen könnte darin seine Ursache haben und sei ein "positives und bestärkendes Signal", so Wuthe.

Weniger Taufen

Neben den vorläufigen Mitgliederzahlen wurde am Dienstag auch die offizielle Kirchenstatistik für das Jahr 2012 veröffentlicht. Während bei den kirchlichen Trauungen ein leichtes Plus zu verzeichnen ist, ging die Zahl der sonntäglichen Messbesucher wie auch schon in den Vorjahren weiter zurück. Leicht zurückgegangen ist auch die Zahl der Taufen, Firmungen und Erstkommunionen, was vor allem aber auch demografische Gründe hat.

Die Zahl der in Österreich wirkenden Priester ist laut der aktuellen Kirchenstatistik nur leicht zurückgegangen. Demnach wirkten 2012 insgesamt 3.998 Priester in Österreich (2011: 4.035), davon 2.090 Diözesanpriester, 355 ausländische Priester und 1.553 Ordenspriester. (APA, 14.1.2014)

  • Die Zahl Kirchenaustritte ist erneut gestiegen.
    foto: dpa/kapeller

    Die Zahl Kirchenaustritte ist erneut gestiegen.

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