NSA-Mitarbeiter: Fuchsteufelswild auf Snowden

14. Jänner 2014, 09:38
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Bericht: Sehen Veröffentlichung als persönlichen Verrat - Kaum Problembewusstsein bei Angestellten

Die Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden haben in den letzten Monaten regelmäßig die Schlagzeilen dominiert, und dabei auch für einige Empörung über die umfassende Spionage des US-Geheimdiensts gesorgt. Zumindest eine von Snowden gehegte Hoffnung scheint sich aber nicht zu erfüllen, nämlich dass durch die Veröffentlichungen zumindest bei Teilen der NSA ein Problembewußtsein geschaffen wird.

Hass

So berichtet Wired-Autor Steven Levy von einem aktuellen Besuch bei dem US-Geheimdienst anlässlich der Recherche für einen Artikel. Und dieser habe zumindest eines vollkommen klar gemacht: Snowden ist selbst bei kleineren NSA-Mitarbeitern wirklich verhasst. Viele sehen seine Aktionen als "Verrat" an jener "Familie" als die sie den Geheimdienst ansehen.

Extern

Dass die Veröffentlichungen  von einem externen Dienstleister vorgenommen wurden, sei dabei besonders ärgerlich. Die meisten würden anzweifeln, dass ein "echter" interner Mitarbeiter so einen Schritt vorgenommen hätte, so Levy. Ganz allgemein sei zwar eine gesunkene Moral zu bemerken, die aber vor allem daraus resultiere, dass es nicht so gut ankommt, wenn Freunde und Verwandte glauben, dass man in der Arbeit die Mails der Großmutter lese.

Kein Problembewusstsein

Die Reaktion der Mitarbeiter scheint aber nicht ein interner Diskussionsprozess sondern ein Versteifen auf die bisherige Position zu sein. So zeigen sich die NSAler weiterhin davon überzeugt, dass die umfassende Datensammlung durch die eigene Organisation vollkommen unproblematisch sei, so lange der Zugriff auf diesen Informationspool reguliert sei.

Widersprüche

Unübersehbar seien laut Levy aber auch die internen Widersprüche, die sich aus der unterschiedlichen Motivationslage verschiedener Abteilungen ergeben. Während die einen möglichst alles durchforsten können wollen, sei anderen Teilen der NSA klar, dass sie starke Kryptographie für den Schutz der Interessen von US-Unternehmen brauchen.

Keine Hintertüren?

In diesem Zusammenhang weist man übrigens auch die Behauptung von sich, dass bekannte Produkte von Firmen wie Microsoft oder Cisco mit NSA-Hintertüren versehen sind. Mit einer solchen Maßnahme würde man sich langfristig nur selbst schaden, da Hintertüren früher oder später wohl auch von anderen aufgespürt würden, so die Argumentation. (red, derStandard.at, 14.01.14)

  • Von der Spitze - im Bild NSA-Chef Keith Alexander - abwärts: Kein Problembewusstsein bei der NSA.
    foto: apa/epa/michael reynolds

    Von der Spitze - im Bild NSA-Chef Keith Alexander - abwärts: Kein Problembewusstsein bei der NSA.

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