Pine-Island-Gletscher in der Antarktis schmilzt unaufhaltsam

13. Jänner 2014, 18:20
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Traurige Prognose: Abschmelzen des Gletschers wird in den nächsten Jahren auf bis zu 100 Milliarden Tonnen jährlich ansteigen

London - Es sind gigantische Eismengen, die der Pine-Island-Gletscher in der Antarktis in den letzten Jahren ins Meer abgab: Von 1992 bis 2011 schmolzen pro Jahr 20 Milliarden Tonnen, berichten französische Forscher im Fachblatt "Nature Climate Change". Die Hiobsbotschaft: Das Abschmelzen ist unumkehrbar und wird in den nächsten Jahren auf bis zu 100 Milliarden Tonnen jährlich ansteigen. Die Folgen für das Ansteigen der Weltmeere dürften enorm sein, allein dieser Gletscher könnte das Meeresniveau in 20 Jahren um bis zu einen Zentimeter ansteigen lassen.

Der Pine-Island-Gletscher befindet sich im Westen der Antarktis. Seit Beginn des Jahrtausends habe er sich kilometerweit zurückgezogen, schreiben die Wissenschafter vom Institut für Gletscherforschung und Geophysik der Universität Grenoble. Im Oktober 2011 bildete sich 20 km hinter der Gletscherfront ein etwa 30 km langer Riss auf dem Eisschelf, der sich fast über die gesamte Breite des Gletschers zog. Der dadurch abgetrennte vordere Teil der Gletscherzunge löste sich am im Juli 2013 und trieb als Eisberg mit einer Fläche von rund 720 km2 in die Amundsen-See.

Im Jahr 2010 war der weltweite Meeresspiegel um 3,2 Millimeter angestiegen und damit etwa doppelt so stark wie vor rund zwei Jahrzehnten. Der Weltklimarat geht in seinem im September veröffentlichten neuesten Bericht davon aus, dass der Anstieg des Meeresspiegels bis 2100 zwischen 26 und 82 Zentimeter betragen dürfte - eine große Bedrohung für die Zukunft vieler Küstenstädte und Inseln. (APA/red, derStandard.at, 13.1.2014)

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Eine Satellitenaufnahme vom 10.11.2013 zeigt einen großen Eisberg, der sich vom Gletscher löst. Die scheinbare Verbindung oben links besteht aus treibenden Eistrümmern.
    foto: nasa
    Eine Satellitenaufnahme vom 10.11.2013 zeigt einen großen Eisberg, der sich vom Gletscher löst. Die scheinbare Verbindung oben links besteht aus treibenden Eistrümmern.
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