Straßenschlachten wegen Straßenumbaus in Burgos

14. Jänner 2014, 11:35
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Proteste gegen Millionenprojekt eskalierten - Autos, Bankomaten und Mülltonnen brannten - Die Bauarbeiten wurden vorerst gestoppt

Burgos/Granada - "Die Straße ist unser!" war auf Transparenten zu lesen, als rund 3000 Bewohner des Stadtteils Gamonal im zentralspanischen Burgos gegen die Pläne des rechtskonservativen Bürgermeisters Javier Lacalle (Partido Popular; PP) protestierten. Für acht Millionen Euro soll aus der Calle Vitoria, einer Lebensader der Unesco-Welterbestadt mit 180.000 Einwohnern, ein schmucker Boulevard werden. Die unterirdische Parkgarage kostet fünf Millionen extra.

Das Geld wäre für Soziales besser verwendet, klagen Gegner. Die angekündigten 18 Monate Bauzeit lassen zudem Geschäftsinhaber um Umsätze und Autofahrer vor Staus bangen.

Brenennde Bankomaten

Zusätzlichen Zündstoff liefert, dass das Projekt vom PP-nahen Unternehmer Antonio Miguel Méndez Pozo umgesetzt wird, der die Lokalzeitung Diario de Burgos herausgibt. 1994 war er zu sieben Jahren Haft wegen Dokumentenfälschung verurteilt worden, wovon er eines verbüßte.

Mehrmals lieferten sich die Anrainer in den letzten Tagen Straßenschlachten mit der Polizei: Autos, Bankomaten und Mülltonnen brannten, Schaufenster zerbarsten. Dutzende Verletzte waren zu beklagen. Rund 30 Personen wurden verhaftet - pro Nacht. Darunter drei Linksradikale der Organisation Resaca Castellana.

Die Bauarbeiten standen auch am Montag still. Die Gegner halten Wache - laut Nachbarschaftsverein "damit es so bleibt". Auch Bürgermeister Lacalle gibt sich stur: "Ich bin zutiefst beschämt wegen der Zerstörung. Der Boulevard wird fertiggebaut." (jam, DER STANDARD, 14.1.2014)

  • Brennende Müllcontainer in Burgos.
    foto: reuters/ricardo ordonez

    Brennende Müllcontainer in Burgos.

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