Österreichische Wirtschaftsprominenz bei Treibjagd in Rumänien

13. Jänner 2014, 16:46
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Vier Pfoten kritisiert Teilnahme am opulenten Spektakel

Bukarest/Wien – Einen Bären habe er schon in Rumänien geschossen, prahlt Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Porsche im rumänischen Fernsehen. Die Trophäe hänge jetzt bei ihm zu Hause. Bei der diesjährigen Gatterjagd im rumänischen Balc, zu der Ex-Tennisstar Ion Tiriac am vergangenen Wochenende geladen hatte, waren es aber nur "drei kleine Wildschweine" für Porsche. 

Neben Porsche sind in diesem Jahr unter anderem Klaus Mangold, ehemaliger Daimler Chrysler-Vorstand, und Franz Rauch aus der Fruchtsaftdynastie der Einladung zum Wildschweinjagen gefolgt. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten dokumentiert die Teilnahme zahlreicher internationaler Wirtschaftsprominenz. Bereits zum zehnten Mal fand das fragwürdige Treiben statt, in diesem Jahr durfte ein Team von Stirile Pro TV dabei sein. 

"Business is good"

Er habe leider nichts geschossen, bedauert Rauch in die Kamera, so sei das eben beim Jagen. Dass es bei dem Treffen ohnehin weniger um die Beute als um Geschäftsbeziehungen geht, bestätigt Porsche der rumänischen Journalistin: Die Leute seien sehr nett, die Landschaft wunderschön – und das "Business" sei "also good", sagt er schmunzelnd.

Wie viele Tiere in diesem Jahr erlegt wurden, ist noch nicht bekannt. Laut Vier Pfoten sollen es im Vorjahr rund 270 Wildschweine gewesen sein, darunter viele Jungtiere. Kampagnendirektor Gabriele Paun kritisiert in einer Aussendung, dass bei der Treibjagd die Tiere kaum zielsicher getroffen werde. Oft würden sie mehrfach angeschossen, bis sie nicht mehr laufen können. "Es vergehen oft viele qualvolle Minuten, bis das Tier gefunden wird oder seinen Verletzungen erliegt."

In diesem Jahr hatten sich Aktivisten der Organisation – zum Teil in Wildschweinkostümen - vor der Einfahrt zu dem opulenten Spektakel positioniert und die Jagd im abgesperrten Gehege für abgeblasen erklärt. Stattdessen könnten die Gäste ihre Geschäftsbeziehungen doch bei einem Tennismatch vertiefen, so der Vorschlag. Die Treibjgad ist auch in Österreich erlaubt. (juh, derStandard.at, 13.1.2013)

  • "Die Jagd ist abgesagt. Statt dessen könnten wir Tennisspielen". So lautet der Vorschlag der Aktivisten, die zum Teil als Wildschwein verkleidet die Einfahrt blockierten.
    foto: vier pfoten

    "Die Jagd ist abgesagt. Statt dessen könnten wir Tennisspielen". So lautet der Vorschlag der Aktivisten, die zum Teil als Wildschwein verkleidet die Einfahrt blockierten.

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