Vom Leid zur Freud

13. Jänner 2014, 17:52
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Fetter Sixties-Pop statt blutende Lust. Der Sado Maso Guitar Club gastiert am Donnerstag im Wiener Chelsea

Wien - Der Name führt in die Irre. Sado Maso Guitar Club, das klingt nach Selbst- und Fremdgeißelung mit der sechssaitigen Axt. Nach Blut, Schweiß und Tränen, nach der alten Idee, dass große Kunst nur im Zeichen ebensolchen Leids entstehen könne.

Zwar versteht der Sado Maso Guitar Club die Gitarre durchaus auf jene Art zu spielen, die verweichlichten Fingerkuppen Schaden bis hin zum Aderlass zuzufügen vermag, doch sein erstes Ziel ist das nicht. Vielmehr zielt diese Vereinigung aus Graz auf den großen Popsong. Dafür nimmt sie Anlauf bis zurück in die Roaring Sixties. Am Donnerstag gastiert der Fünfer im Wiener Chelsea.

Die stärkste Waffe dabei ist die Orgel. Sie fettet den Sound gehörig auf, unterstützt von einem teilweise dominant gemischten Bass, landet der Club am Tanzboden der Zeitlosigkeit.

Die den Sadomasochisten oft und gern nachgesagte Psychedelic sucht man auf dem im Herbst erschienenen titellosen Album aber vergeblich. Das soll kein Vorwurf sein, aber es umweht die Band wie ein nicht eingelöstes Versprechen, das sie selbst nicht gegeben hat. (Karl Fluch, DER STANDARD, 14.1.2014)

16.1. Chelsea, 21.00

  • Die Sixties haben einen langen und viele kürzere Bärte, jene des Sado Maso Guitar Club. Am Donnerstag live.
    foto: chelsea

    Die Sixties haben einen langen und viele kürzere Bärte, jene des Sado Maso Guitar Club. Am Donnerstag live.

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