Kritik an Revolver für Frauen: "Bankrotterklärung"

13. Jänner 2014, 12:24
8 Postings

Eine Waffe der staatlichen Waffenfabrik wurde nach der 23-jährigen Studentin benannt - Frauenrechtlerin warnt vor Waffenbesitz

Neu-Delhi - Ein speziell für Frauen entworfener Revolver hat in Indien für Empörung gesorgt. Der kleine und leichte Sechs-Schuss-Revolver des Kalibers .32 der staatlichen Waffenfabrik IOF zeige, dass die Behörden nicht begriffen hätten, wie Frauen zu schützen seien, sagte die Frauenrechtlerin Binalakhsmi Nepram am Sonntag.

"Die Erfahrung zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit zwölf Mal größer ist, erschossen zu werden, wenn man bei einem Überfall eine Waffe trägt", sagte Nepram. Für besonderen Ärger sorgte, dass der Revolver im Gedenken an ein prominentes Vergewaltigungsopfer "Nirbheek" genannt worden war. Dies bedeutet auf Hindi "furchtlos" und bezieht sich auf eine 23-Jährige Studentin, die in einem Bus der Hauptstadt Neu Delhi im Dezember 2012 brutal vergewaltigt und so schwer misshandelt worden war, dass sie später starb. Sie war von den Medien unter anderem "Nirbhaya" (Die Furchtlose) genannt worden, da ihr echter Namen aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden durfte. Weitere Namen lauteten "Jagruti" (Bewusstsein), "Amanat" (Schatz) sowie "Damini" ("Blitz").

Revolver als Bankrotterklärung der Regierung

Der Name des Revolvers sei "wirklich eine Beleidigung für die Erinnerung an Nirbhaya", sagte Nepram. Der Revolver sei auch eine Bankrotterklärung der Regierung, die gescheitert sei, die Frauen zu schützen. "Frauen zu bewaffnen, ist keine verantwortungsvolle Weise, ihre Sicherheit zu gewährleisten", sagte Nepram. Die Vergewaltigung der 23-jährigen Studentin hatte eine heftige Debatte über die Behandlung von Frauen in Indien ausgelöst und die Regierung dazu gebracht, die Strafen für Vergewaltigung deutlich zu verschärfen. (APA, 13.1.2014)

 

Share if you care.