Apple-Mitgründer Wozniak macht Werbung für Chinas Xiaomi

13. Jänner 2014, 10:00
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Die Smartphones seien "gut genug, um den amerikanischen Markt zu knacken."

Xiaomi, das Start-up, das den chinesischen Smartphone-Markt kräftig aufgewirbelt hat, hofft auf einen Teil jener "Magie", die Apple zu einer globalen Erfolgsgeschichte gemacht hat. Dazu hat es Apple-Mitgründer Steve Wozniak für einen Auftritt vor Pressevertretern verpflichtet. Das chinesische Unternehmen hat Pläne für eine weltweite Expansion.

Wozniak trat bei der Veranstaltung unter dem Titel "Lei Jun & Woz Tech Talk" zusammen mit dem Gründer und Chef Lei Jun auf. Die Geräte von Xiaomi seien "exzellent", sagte Wozniak - "gut genug, um den amerikanischen Markt zu knacken."

Laut Wozniak durfte er Xiaomis Smartphone-Flaggschiff Mi 3 testen. Er habe auch eine Demonstration des neuen Mi-WLAN-Routers erhalten, der als Baukasten-System verkauft wird. Wozniak wurde ein solcher WLAN-Baukasten als Geschenk überreicht, der in einer eleganten Holzkiste verpackt ist - in Wozniaks Fall war sein Name und sein Geburtstag auf ihr eingraviert.

"Ich habe mit meinem gespielt. Bislang mag ich ihn und ich sage Ihnen Bescheid, wenn ich Probleme habe", sagte er den Journalisten. Wozniak verriet nicht, wie viel Geld er für den Auftritt bekommen hat – am Ende blieben aber nur 20 Prozent des ursprünglichen Honorars bei ihm hängen. 15 Prozent gingen an einen Makler, 12,5 Prozent an seinen Agenten, 37 Prozent gingen als Steuern an die US-Regierung und 13 Prozent als Steuern an den US-Bundesstaat Kalifornien. "Ich mache das nicht für das Geld", sagt er. "Wenn ich etwas finde, was ich am Mi 3 nicht mag, sage ich es Ihnen."

Parallelen zu Apple

Xiaomis Unternehmenskultur und der rasche Aufstieg des Start-ups laden zu Vergleichen mit Apple ein. Wie Apple-Mitgründer Steve Jobs trägt Lei Jun dunkle Pullover, wenn er persönlich die neuesten Produkte in aufwendigen Präsentationen vorstellt. Als Teil der Strategie auch im Ausland erfolgreich zu werden, verpflichtete Xiaomi vergangenes Jahr den ehemaligen hochrangigen Google-Manager Hugo Barra, der dort für das mobile Android-Betriebssystem verantwortlich war. Auch Barra war bei der Veranstaltung am Sonntag mit dabei.

Für den gemeinsamen Auftritt beschaffte Xiaomi einen Apple II – einen der ersten Computer von Apple – und bat Wozniak ihn zu signieren. Lei sagte den Journalisten, er habe vor drei Jahrzehnten auf einem Apple II Programmieren gelernt und Wozniak sei eines seiner Vorbilder.

Auch Wozniak äußerte sich zu seiner Sicht auf Innovationen aus Asien. Noch 2011 sagt er der BBC, dass er es für unwahrscheinlich halte, dass ein Unternehmen wie Apple in einer strengen Gesellschaft wie Singapur hätte entstehen können. Am Sonntag in Peking ergänzte er: Auch wenn er rigide Gesellschaften nicht möge, sei er der Meinung, dass Asien wichtige Beiträge für das Silicon Valley im Bereich Humankapital und Wissen geleistet habe.

Wozniak würde "es lieben" in Peking zu leben

"Eine Menge Hirnschmalz kommt aus China", sagte er. "Wir benötigen diese Elemente, die aus Asien kommen schon so lange."
Er habe auch bemerkt, dass sich Singapur verändert habe. „Sie haben tatsächlich einiges an großartiger Hardwareentwicklung und sehr talentierte Leute. Sie haben Leute, die sehr ähnlich denken wie Xiaomi denkt", sagte Wozniak.

Am Ende sagte Wozniak sogar, dass er es "lieben würde" in Peking zu leben. "Für Amerikaner ist es ein sehr komfortabler Ort ... Ich möchte in den kleinen Läden einkaufen, die Komponenten herstellen und Smartphones umprogrammieren", sagte er. "Ich würde diese Welt lieben – es ist genau das, womit ich angefangen habe." (Wayne Ma, wsj.de/derStandard.at, 13.1.2014)

 

  • Apple-Mitgründer Steve Wozniak macht nun Werbung für Xiaomi.
    foto: epa

    Apple-Mitgründer Steve Wozniak macht nun Werbung für Xiaomi.

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