Die Kombinierer auf der Achterbahn

11. Jänner 2014, 19:04
posten

Nach dem Premierensieg von Willi Denifl in Russland schafft es beim Bewerb in Chaux-Neuve gerade einmal Bernhard Gruber in die Top Ten

Sechs Tage nach dem Premieren-Weltcupsieg von Wilhelm Denifl bei Absenz etlicher Asse in Tschaikowski hat es am Samstag in Chaux-Neuve Bernhard Gruber als einziger österreichischer Kombinierer in die Top Ten geschafft. Als Sechstplatzierter wies der Salzburger nach Sprung und 10-km-Langlauf 7,5 Sekunden Rückstand auf Mikko Kokslien auf, der Weltcup-Zweite führte einen norwegischen Triple-Sieg an.

Das Ergebnis nach dem Springen von der Großschanze hatte den zweiten ÖSV-Podestplatz in diesem Winter erhoffen lassen, waren doch Wilhelm Denifl nach einem 118-m-Sprung, Gruber (117,0 m) und Christoph Bieler (114,5) hinter dem deutschen Weltcupleader Eric Frenzel (115,5) auf den Plätzen zwei bis vier gelegen. Auch Mario Seidl (110,5) als Achter hatte sich gut gehalten.

Norwegen dominiert

Doch das Geschehen in der wegen Temperaturen von mehr als zehn Grad extrem tiefen Loipe prägten die Norweger. Frenzel war bald eingeholt, schließlich bildete der 25-Jährige mit Gruber und dem Norweger Jan Schmid ein Spitzen-Trio. Auf der vorletzten 1,65-km-Schleife stürmten andere Norsker aber heran und machten den Zielsprint untereinander aus. Kokslien (Sprung-19.) siegte vor Magnus Krog (10.) und Joergen Graabak (13.). Frenzel wurde nach Fotofinish Vierter.

"Ich habe mich bis zum Schluss vom Rennen richtig gut gefühlt", zog Gruber ein positives Resümee. "Vom Material her haben die Serviceleute echt eine Super-Arbeit gemacht." Was fehle, sei die Endgeschwindigkeit. Die kurzfristige Übernahme der Führungsarbeit in der letzten Runde bezeichnete der 31-Jährige als vielleicht nicht klügste Entscheidung. "Aber ein Stockerlplatz ist drinnen. Es liegt an mir, dass ich den 'Burner' rauslasse. Aber das krieg ich schon hin."

Als zweitbester Österreicher schaffte es Bieler auf Platz zwölf. "Es war extrem schwierig zu laufen, die Strecke war sehr tief", sagte der 36-jährige Tiroler. "Es wäre sicherlich gut gewesen, wenn man mit ein wenig Salz auf der Strecke gearbeitet hätte. Was aber zählt ist, dass es bei mir beim Springen derzeit super klappt, da bin ich sehr zufrieden. Lauftechnisch bin ich eigentlich auch auf einem super Niveau. Jetzt heißt es eigentlich nur mehr, die nächste Chance zu nützen."

Denifl stürzt

Der 22-jährige Steirer Harald Lemmerer wurde nach Halbzeitplatz 27 mit zwölftbester Laufzeit als 15. zum drittbesten Österreicher. Unmittelbar dahinter landete Routinier Mario Stecher. Denifl kam bei den schwierigen Bedingungen zu Sturz und musste sich letztlich mit Rang 18 begnügen. Seidl wurde 23., Tomaz Druml 27. und Tobias Kammerlander 31. Am Sonntag im Teamsprint starten im französischen Wintersportort Gruber/Bieler und Stecher/Lemmerer für Österreich.

Während der am Freitag beim provisorischen Sprung-Durchgang gestürzte Ex-Weltmeister Todd Lodwick mit einem Bruch in der linken Schulter um sein sechstes Olympia-Antreten bangen muss, war es für Lukas Klapfer ein äußerst erfreulicher Tag. Der trotz Absenz in Chaux-Neuve als Neuntplatzierter weiter beste Österreicher im Gesamtweltcup war am Freitagabend Vater einer Tochter geworden. (APA, 11.1.2014)

Share if you care.