Österreicher wollen Smart Meter nicht

11. Jänner 2014, 17:06
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Widerstand gegen den digitalen Stromzähler vonseiten der Anbieter, Datenschützer und auch Kunden

Entsprechend einer EU-Richtlinie werden bis 2019 fast sämtliche österreichischen Haushalte mit einem Smart Meter, also einem digitalen Stromzähler, ausgestattet. Die Verordnung geht vom Wirtschaftsministerium aus, gefordert wird dies ebenso vom Energieaufsichtsmarkt E-Control. Doch laut dem Kurier gibt es gegen das Vorhaben einen zunehmend größeren Widerstand, auch vonseiten der Anbieter. Diese müssten sich mit den Daten auseinandersetzen, die viertelstündlich von sämtlichen Smart Metern erbracht werden. Die EVN spricht etwa von "Datenfriedhöfen", auch Wien Energie will sich gehen das Vorhaben wehren. Insgesamt müssten die Versorger zwei Milliarden Euro investieren, um die Haushalte mit den digitalen Stromzählern auszustatten.

30 Prozent der Kunden gegen Smart Meter

Bei der Frage, wieso die Smart Meter nun eigentlich verbaut werden, gibt es Rätselraten. Nicht nur bei Datenschützern, sondern auch bei der Strombranche selber. Die Kunden verstehen scheinbar auch nicht so ganz, wieso ihr Strom fortan "smart" werden soll. Die EVN gab gegenüber dem Kurier an, dass bei bisherigen Feldversuchen 30 Prozent der Bezieher das Gerät verweigert hätten. Die Regierung sprang hierbei auch schon ein und beschloss im Sommer 2013, dass der Einbau des digitalen Zählers auch abgelehnt werden kann. Hierbei stellt sich jedoch die Frage, wie die EU-Richtlinie schlussendlich erfüllt werden kann.

Energie AG Oberösterreich als Vorreiter

Hierzu meldete sich bereits die E-Control selbst zu Wort und gab an, dass trotz des Einbaus die Software deaktiviert werden kann, sodass keine Messungen durchgeführt werden. Nur ein Anbieter kam dem bisher nach: Die Energie AG Oberösterreich, die den Vorschlag bereits nachgekommen ist. So wurden laut Unternehmensangaben bereits 138.000 Zähler ausgetauscht, alle anderen Kunden sollen noch folgen. Als "Zuckerl" bietet der oberösterreichische Anbieter seinen Kunden einen Spezialtarif an, der unterschiedliche Preise für die jeweiligen Tageszeiten vorsieht. Dadurch soll der Verbrauch besser kontrolliert und die Netze weniger überlastet werden. (red, derStandard.at, 11.01.2014)

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    “Gescheit“ aber ungewollt.

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