Polen: Missbrauchsverdacht gegen Nuntius

11. Jänner 2014, 16:22
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Vatikan: Polen verlangte keine Auslieferung - Beschuldigter sei "vatikanischer Staatsbürger"

Vatikanstadt - Der Vatikan hat Meldungen zurückgewiesen, wonach Polen eine Auslieferung des unter Missbrauchsverdachts stehenden Ex-Nuntius Jozef Wesolowski beantragt haben soll. Die Staatsanwaltschaft Warschau habe die dortige Nuntiatur lediglich um Informationen über den augenblicklichen Status des polnischen Geistlichen gebeten, zitierte Kathpress am Samstag Vatikansprecher Federico Lombardi.

Die Botschaft habe daraufhin über den diplomatischen Status des früheren Papst-Botschafters für die Dominikanische Republik sowie seinen aktuellen Wohnsitz Auskunft gegeben. Da er als Diplomat "auch vatikanischer Staatsbürger" sei, sei die Justiz des Vatikanstaats für das Strafverfahren zuständig, so Lombardi.

Polnische Medien hatten berichtet, der Vatikan habe einen Antrag auf Auslieferung des polnischen Geistlichen abgelehnt. Wesolowski, der mehr als fünf Jahre lang der ständige Vertreter des Heiligen Stuhls in Santo Domingo war, wurde im August wegen des Verdachts der Pädophilie von Papst Franziskus entlassen. Laut Berichten örtlicher Medien soll der Diplomat Sex gegen Bezahlung mit Buben gehabt haben. Gegen den 65-jährigen Geistlichen, der sich derzeit in Rom aufhält, wird im Vatikan und in der Dominikanischen Republik ermittelt. Ein Ergebnis liegt nach Angaben Lombardis noch nicht vor, die höchste kirchliche Strafe für Pädophilie ist Ausschluss aus dem Priesterstand. (APA, 11.1.2014)

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