Mahü-Abstimmung: Laut Grünen viele Unternehmer unter Befragten

11. Jänner 2014, 14:43
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60 Prozent aller Gewerbescheininhaber in den beiden Bezirken sind auch Anrainer - Wirtschaftskammer: "Fantasiezahlen"

Wien - Am Freitag hat die Stadt Wien ihre massive Informations- und Werbekampagne für eine Verkehrsberuhigung der Mariahilfer Straße gestartet. Die Kosten inklusive Durchführung der Bürgerbefragung werden - exklusive zusätzlicher Werbeausgaben der Grünen in Höhe von etwa 200.000 Euro - mehr als 1,4 Millionen Euro betragen. Diese Summe findet die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou "absolut angemessen. Immerhin handelt es sich um die größte Einkaufsstraße Österreichs."

"Für Information sorgen"

Kritik der Opposition an den hohen Kosten weist Vassilakou zurück. "Es ist doch logisch, dass die Stadt für ausreichende Information sorgt bei einem ihrer größten Projekte, zu dem sie auch steht." In den Sujets wird auf mehr Platz für Fußgänger, auf öffentliche Aufenthaltsräume mit mehr als 100 neuen Sitzbänken oder auf freies WLAN verwiesen. Die Umsetzung der Probephase hat 1,1 Millionen Euro gekostet, bisherige Ausgaben für Werbung und Information werden mit einer Million Euro beziffert. Eine Neugestaltung der Mariahilfer Straße samt Fußgängerzone soll 25 Millionen Euro kosten.

Rund 49.000 Wahlberechtigte des sechsten und siebten Bezirks werden von Mitte Februar bis 7. März über das Schicksal der Mahü abstimmen. Unter den Befragten sind laut den Grünen auch viele Unternehmer. "Fast 60 Prozent aller Gewerbescheininhaber in den beiden Bezirken sind auch Anrainer", sagte Hans Arsenovic von der Grünen Wirtschaft Wien dem Standard. In den beiden Bezirken gebe es rund 11.000 Gewerbetreibende.

"Fantasiezahlen"

Bei den großen Geschäften mit Straßenfront sei der Anteil an Anrainern freilich kleiner. Arsenovic: "Da ist der Anteil an internationalen Konzernen aber auch viel höher." Bei der Wirtschaftskammer (WK) will man den Angaben der Grünen Wirtschaft, einer Fraktion innerhalb der WK, nicht glauben und spricht von "Fantasiezahlen". Wiens VP-Chef Manfred Juraczka hatte es als "absurd" bezeichnet, dass die Gewerbetreibenden bei der Befragung ignoriert würden. Arsenovic: "Wir haben nur die Gewerbescheininhaber-Datenbank der Wirtschaftskammer mit der Wählerevidenz der Gemeinde Wien verglichen." (David Krutzler, DER STANDARD, 11.1.2014)

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