Haiti: Vier Jahre nach Erdbeben geht Aufbau schleppend voran

11. Jänner 2014, 14:32
29 Postings

Regierungschef appellierte an internationale Gemeinschaft

Port-au-Prince - Vier Jahre nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti schreiten die Aufbauarbeiten nur schleppend voran. "Wir werden aufs Gaspedal drücken, um die laufenden Arbeiten zu beschleunigen. Die Haitianer werden stolz sei auf den Wiederaufbau", sagte Regierungschef Laurent Lamothe am Freitag.

Während er Journalisten Modelle öffentlicher Gebäude präsentierte, die derzeit restauriert werden, sind der Präsidentenpalast und die Kathedrale in der Hauptstadt Port-au-Prince weiter in Ruinen.

250.000 Tote

Angesichts der Kritik am langsamen Wiederaufbau appellierte Lamothe an den Zusammenhalt der Haitianer. "Der Wiederaufbau ist die Angelegenheit aller und betrifft nicht nur Präsident Michel Martelly oder die Regierung", sagte Lamothe. Das ärmste Land der westlichen Hemisphäre war am 12. Jänner 2010 von einem Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert worden. Rund 250.000 Menschen starben, 1,3 Millionen Menschen wurden obdachlos.

Der Oppositionspolitiker Dieudonne Saincy warf der Regierung unterdessen schwere Versäumnisse vor. Der mit den Geberländern ausgehandelte Plan zum Wiederaufbau sei nicht befolgt worden, sagte Saincy. Zudem blockiere die derzeitige politische Krise das Land. Etwa 200.000 Haitianer leben noch immer in Behelfsunterkünften. Betroffene berichten über zunehmend prekäre Zustände seit dem Abzug der Hilfsorganisationen.

Mehr Geld für Wiederaufbau

"Das Land wurde schwer getroffen", betonte Lamothe. Zwar habe Haiti noch nicht zu geordneten Verhältnissen zurückgefunden, doch hätten Obdachlose wieder ein Dach über dem Kopf. Zudem sei der Bau von sieben Ministerien und öffentlichen Einrichtungen im Gange. Lamothe rief die Staatengemeinschaft auf, ihre Zusagen von neun Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro) einzuhalten und mehr Geld bereitzustellen. "Wäre die internationale Gemeinschaft ihren Verpflichtungen nachgekommen, hätten wir zehnmal mehr schaffen können", mahnte Lamothe. (APA/AFP, 11.1.2014)

  • Ein kleiner Bub in einem Flüchtlingslager in Port-au-Prince.
    foto: ap/jean marc herve abelard

    Ein kleiner Bub in einem Flüchtlingslager in Port-au-Prince.

Share if you care.