FP-Landesrat Ragger soll Aufträge an nahestehende Firmen vergeben haben

11. Jänner 2014, 12:48
93 Postings

Summe: 400.000 Euro - Ragger wies Vorwürfe vehement zurück und kündigte Anzeige wegen illegaler Weitergabe von Daten an

Klagenfurt - Kärntens FPÖ-Landesrat Christian Ragger ist unter Verdacht geraten, in den Jahren 2010 bis 2013 Landesaufträge im Volumen von knapp 400.000 Euro an eine Reihe von ihm nahestehenden Gesellschaften vergeben zu haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Ragger wies die Vorwürfe am Samstag vehement zurück.

Anwalts-Tätigkeit ruhig gestellt

Konkret geht es um Gesellschaften, die in einem engen Naheverhältnis zu Raggers ehemaliger Rechtsanwaltskanzlei stehen sollen. Ragger ist im Zivilberuf Rechtsanwalt, hat jedoch seine Tätigkeit mit seinem Einstieg in die Landesregierung im Jahr 2009 ruhig gestellt.

An eine Steuerberatungskanzlei, die laut "profil" eng mit Raggers Anwaltskanzlei zusammenarbeitet, flossen insgesamt rund 220.000 Euro. Der Betrag von insgesamt 51.700 Euro ging an ein Beratungsunternehmen. Interessant dabei: Der Gesellschaftervertrag des Unternehmens wurde von der ehemaligen Kanzlei Raggers im Juli 2012 aufgesetzt. 

Verflechtung der Akteure

Bereits wenige Wochen später wurde die Firma mit einem Konsulentenvertrag ausgestattet. Zu ähnlichen Konditionen wurde auch ein EDV-Anbieter unter Vertrag genommen. Laut "profil" gebe es "zwar keinen Hinweis, dass die Leistungen unsauber abgerechnet worden wären. Auffallend sind aber neben der räumlichen Nähe vor allem die Verflechtungen der Akteure."

Ragger wies jegliche Unregelmäßigkeiten zurück. Wo Ausschreibungen notwendig gewesen seien, habe es welche gegeben, sagte er. Der FPÖ-Politiker kündigte eine Anzeige gegen unbekannt wegen Amts- und Datenmissbrauchs an, da interne Daten aus der Landesregierung an die Öffentlichkeit gespielt worden seien. (APA, 11.1.2014)

Share if you care.