Bankenabgabe: Weinende und lachende Augen

10. Jänner 2014, 17:39
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Die Neuregelung der Bankenabgabe sorgt aber für ungleich verteilten Frust bei den heimischen Banken

Wien - Die Betroffenen einer Abgabe sind selten erfreut darüber, dass sie einen Obolus an den Staat abliefern müssen. Die Neuregelung der Bankenabgabe sorgt aber für ungleich verteilten Frust bei den heimischen Banken. Die exakten Kosten werden zwar gerade erst durchgerechnet, im Raiffeisensektor geht man aber davon aus, dass man künftig eine deutlich höhere Bankenabgabe zahlen wird müssen (heuer werden es rund 118 Millionen Euro sein).

Umgekehrt hat die Erste Group bzw. der Sparkassensektor offenbar gut im Finanzministerium und im Bundeskanzleramt lobbyiert. Wie berichtet, wird jener Teil der Abgabe gestrichen, der vom Derivatehandel abhängig war. Davon profitiert die Erste Group am stärksten, aber auch bei der Bank Austria dürfte die Belastung sinken. Ein Raiffeisen-Sprecher dazu: "Als die Bankenabgabe etabliert wurde, hat man die Derivate als ein Krisen auslösendes Instrument erkannt und deshalb einen höheren Steuersatz angesetzt." Nun davon abzugehen sei ein "falsches Signal".

Insgesamt dürfte der Staat heuer rund 640 Millionen Euro über die Bankenabgabe einnahmen. Was sich vorläufig nicht ändert: Kleinere Banken (unter eine Milliarde Bilanzsumme) bleiben ausgenommen. (go, DER STANDARD, 11.1.2014)

  • Die exakten Kosten für die Bankenabgabe werden erst durchgerechnet.
    foto: apa/mueller

    Die exakten Kosten für die Bankenabgabe werden erst durchgerechnet.

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