SPÖ ist bei EU-Kandidatensuche in Verzug

10. Jänner 2014, 23:32
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Parteispitze ist angeblich auf der Suche nach einem "weiblichen Super-Promi"

Wien – Schön langsam pressiert es für die SPÖ. Sie ist mit der Ernennung ihres Spitzenkandidaten für den EU-Wahlkampf einigermaßen im Verzug. Die ÖVP hatte sich schon relativ früh auf ihren Europa-Profi, den Vizepräsidenten des EU-Parlaments, Othmar Karas, als Spitzenkandidat festgelegt. Die Grünen detto. Sie waren wie üblich die Ersten und werden erneut mit Ulrike Lunacek als EU-Spitzenfrau in den Wahlkampf für die EU-Wahl am 25. Mai ziehen.

Und die FPÖ hat am Freitag mit Andreas Mölzer und Generalsekretär Harald Vilimsky eine "Doppelspitze" aufgestellt. Wobei Vilimsky nach einer gewissen Einarbeitungszeit auch die Delegationsleitung übernehmen soll. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache glaubt mit dem Duo "mindestens 20 Prozent", also Augenhöhe mit SPÖ und ÖVP, zu erreichen.

In der SPÖ herrscht rund um die Bestellung der Spitzenkandidatur noch eine gewisse Ratlosigkeit. Zwar versicherte Bundeskanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann am Freitagabend in der ZIB 2, dass sowohl der jetzige EU-Delegationsleiter, Jörg Leichtfried, als auch Evelyn Regner fix wieder aufgestellt werden.

Auf welchen Listenplätzen sie kandidieren werden, ist jedoch noch nicht fix. Faymann präferiere eine Frau, einen "weiblichen Superpromi, wenn möglich", heißt es parteiintern.

Mit dem jungen Außenminister Sebastian Kurz und Familienministerin Sophie Karmasin habe die ÖVP personell einiges vorgelegt. Auch die SPÖ brauche jetzt etwas "Herzeigbares", heißt es. Noch hat die Parteispitze aber niemanden gefunden, für den das Anforderungsprofil "Promi und attraktiv" passen würde. Am Donnerstag soll in den Gremien entschieden werden.

Selbst wenn Leichtfried nicht mehr dabei sein sollte, steht er auch als eventueller Nachfolger von Landeshauptmann Franz Voves, der sich mit Rückzugsgedanken rund um die Landtagswahl 2015 trägt, im Gespräch. (mue, DER STANDARD, 11.1.2014)

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