Kritik an Vorarlberger ORF-Landesdirektor wird lauter

10. Jänner 2014, 15:39
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Markus Klement polarisiert mit Programm und Kontrolle

Dornbirn - "ORF Landesfunkhaus Vorarlberg" heißt das Landesstudio im fernen Westen auf Wunsch von Landesdirektor Markus Klement. Auf gleicher Wellenlänge mit dem Direktor liegen aber nur wenige.

Aktuell sorgt "der neue Sonntag" (Klement) für Verstimmung. Die Geschäftsführung stellte die Sendung Einfach klassisch ein. Elf Jahre klang der Sonntagvormittag bei Radio Vorarlberg anders, statt volkstümlicher Musik: eine Stunde Klassik. "Der neue Sonntag bringt mehr Information, unser Team ist mittendrin, wo etwas los ist", beschreibt Klement die Umgestaltung.

Einfach klassisch gehörte zum Kernbereich des öffentlich-rechtlichen Auftrags, heißt es in einem internen Schreiben protestierender Redakteure und Betriebsräte. Den Auftrag erfülle man mit mehr Klassik in der täglichen Kultursendung, kontert Klement.

Markus Klement (38) wurde vor zwei Jahren überraschend vom Moderator zum Landesdirektor gemacht. Seither rumort es in Dornbirn. Insider beobachten eine bisher nicht gekannte hohe Personalfluktuation. Von Bespitzelung ist die Rede, Briefe und Schreib­tische würden kontrolliert. Klement, mit den Gerüchten konfrontiert: „Um Gottes willen, davon weiß ich nichts."

Vorarlbergs Stiftungsrat Edelbert Meusburger, Klements Mentor und Macher, soll im Landesstudio ein und aus gehen und sich gar ins operative Geschäft einmischen. Klements Version: Meusburger komme nur vor Sitzungen des Stiftungsrates ins Haus, "weil hier seine Flüge gebucht wer­den".

Meusburgers Tage als Stiftungsrat sind gezählt. Gegen den früheren Finanzbeamten wurde An­klage wegen Amtsmissbrauchs erhoben. "Wird die Anklage rechtskräftig, wird er gehen", sagt Landeshauptmann Markus Wallner. Meusburgers Nachfolge sei noch offen. (jub, DER STANDARD, 11./12.1.2014)

 

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