Fünf Länder wollen das Wrack der Costa Concordia

10. Jänner 2014, 15:30
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Soll im Juni abgeschleppt werden - Die Abwrackung kostet 600 Millionen Euro

Rom/Giglio - Obwohl die Regierung in Rom darauf drängt, dass die havarierte "Costa Concordia" in einem italienischen Hafen zerlegt wird, nimmt im Ausland das Interesse für den Auftrag zur Abwrackung zu.

"Wir haben Interessenserklärungen von Privatgesellschaften aus fünf Ländern erhalten", berichtete Franco Porcellacchia, der bei der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere für die Zerlegung der "Costa Concordia" verantwortlich ist. Diese seien aus der Türkei, aus Norwegen, Großbritannien, aus Frankreich und China eingetroffen, erklärte der Manager.

Wrack wird im Juni abgeschleppt

Der Geschäftsführer der Costa Crociere, Michael Thamm, bezifferte die Kosten für die Abwrackung mit 600 Millionen Euro. "Diese Summe wird keineswegs die staatlichen Bilanzen belasten. Das Unglück der 'Costa Concordia' werden wir nie vergessen. Unsere Aufgabe ist, dass eine Tragödie dieser Art nicht nur bei uns, sondern in der ganzen Kreuzfahrtbranche nie wieder vorkommt", sagte Thamm.

Das Wrack der havarierten "Costa Concordia" vor der italienischen Insel Giglio soll im Juni abgeschleppt werden. Dies sagte der italienische Zivilschutzchef Franco Gabrielli bei einer Pressekonferenz am Freitag in Rom. Im März soll bekannt gegeben werden, in welchem Hafen das Schiff abgewrackt wird.

"Heikle Phase"

Umweltminister Andrea Orlando betonte, die Regierung bevorzuge, dass die "Costa Concordia" in einem italienischen Hafen abgewrackt wird. "Für uns ist nicht nur die Zerlegung des Schiffes wichtig, sondern auch die Entsorgung des Mülls, der durch die Abwrackung entsteht. Die Entsorgung soll den modernsten Umweltstandards entsprechen, die nicht einmal in der EU gelten und erst 2020 in Kraft treten werden", erklärte der Minister.

"Wir arbeiten, damit die 'Costa Concordia' zum Beginn der Touristensaison nicht mehr vor Giglio liegt. Die Phase ist heikel, doch wir sind aufgrund des bisher Erreichten optimistisch", meinte Orlando.

Stabilisiert

Nachdem die "Costa Concordia" stabilisiert und winterfest gemacht wurde, sollen nun weitere Tanks angebracht werden, um den Kreuzfahrtriesen wieder schwimmfähig zu machen - insgesamt 30 Plastikkästen, die dem Schiff Auftrieb geben. Die Kosten für die Bergung liegen mittlerweile bei mehr als 600 Millionen Euro und steigen weiter an.

Das Kreuzfahrtschiff war am späten Abend des 13. Jänner 2012 vor der Toskana-Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und teilweise gekentert. 32 der mehr als 4200 Menschen an Bord starben bei dem Unglück. An Bord befanden sich auch 77 Österreicher.

Am zweiten Jahrestag der Katastrophe am kommenden Dienstag will Giglio erneut an die Opfer erinnern. "Wir haben vor den Familien der Opfer und vor den Opfern selbst die moralische Verpflichtung, uns zu erinnern", sagte der Bürgermeister der Insel, Sergio Ortelli. (APA, 10.1.2014)

  • Das Wrack wurde nun winterfest gemacht.
    foto: ap photo/gregorio borgia, file

    Das Wrack wurde nun winterfest gemacht.

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