Hypo Alpe Adria sucht schon wieder Vorstand

10. Jänner 2014, 14:55
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Klagenfurt/Wien - Für die staatliche Krisenbank Hypo Alpe Adria muss schon wieder ein neuer Vorstand gesucht werden. Zwei Jahre vor Vertragsablauf verlässt der Bank-Vize und Risikovorstand Wolfgang Edelmüller (62) das Institut. Der Posten wird ausgeschrieben. Das teilte die Bank am Freitag mit.

Für die erwartete Abbaueinheit ("Bad Bank") für kritische bzw. aktuell unverkäufliche Assets der Hypo im Wert von rund 18 Mrd. Euro wird indes weiter auf finale Vorschläge der Hypo-Task Force und in der Folge auf Entscheidungen der Regierung gewartet.

Aufsichtsratschef Klaus Liebscher hat letzte Woche in einem "Presse"-Interview erklärt, sein Ziel sei es, "bis Ende März 2014" eine Lösung zu haben. Eine Grundsatzfrage sei, ob es gelinge, dass die österreichischen Banken bei der Abbaugesellschaft mitmachen. Die andere Variante sei eine Anstaltslösung, an der nur der Staat beteiligt sei.

Ende Dezember hat die Hypo ihre bis dato letzte Kapitalspritze erhalten. 2013 waren es in Summe wieder 1,75 Mrd. Euro, die der Staat in die Bank buttern musste, um deren Bilanzierungsfähigkeit sicherzustellen. Es wird davon ausgegangen, dass weitere Staatshilfen nötig sind.

Interimistischer Chef

Edelmüllers Vertrag als Risikovorstand wäre bis 2016 gelaufen. Als Gottwald Kranebitter im August 2013 als Vorstandschef das Handtuch warf, übernahm Edelmüller interimistisch die Leitung der Bank. Nach APA-Informationen wurde er damals gebeten, zu bleiben. Um die Kranebitter-Nachfolge hat er sich dennoch nicht bewerben wollen.

Erst Anfang des Jahres 2014 war die Bankführung wieder komplett. Mit Alexander Picker (51) hat diese Woche der neue Vorstandsvorsitzende seine Arbeit aufgenommen.

Am heutigen Freitag hat Edelmüller nun angekündigt, am 28. Februar 2014 sein Mandat im Konzernvorstand zu beenden. Aufsichtsratschef Liebscher drückte seine Wertschätzung aus: Edelmüller habe mit dem Aufbau eines funktionierenden Risikobereichs sehr gute Grundlagen für Abschätzung und Bewältigung der Hypo-Altlasten gelegt. "Für seinen großen Einsatz und sehr wesentlichen Beitrag zu stabilen Verhältnissen gerade in der Übergangszeit gebührt ihm unser besonderer Dank."

Dass Edelmüller seinen Vertrag vor Ablauf auflösen könnte, sobald die CEO-Nachfolge geklärt sein würde, war schon länger gemutmaßt worden. Er war seit der Notverstaatlichung im Amt.

"Nach vier intensiven und herausfordernden Jahren ziehe ich mich guten Gewissens zurück und freue mich erst einmal auf meine Familie", schrieb er in der Bankmitteilung heute.

Aufsichtsratschef Liebscher kündigte die Neuausschreibung des vakant werdenden Vorstandspostens "in Kürze" an. (APA, 10.1.2014)

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