PlayStation Now: Praktische, unbehagliche neue Spielewelt

Blog11. Jänner 2014, 12:00
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Streaming heißt die Medienzukunft. Eine Revolution mit vielen offenen Fragen.

Die Zukunft aller Medien heißt Online-Streaming. Daran führt offenbar kein Weg vorbei. Zu bequem und flexibel ist die ortsunabhängige Nutzung. Musik muss nicht mehr heruntergeladen, Filme nicht auf Blu-Rays gekauft und künftig auch Games nicht mehr physisch oder als Download erworben werden. Alle Inhalte liegen in der Cloud, also auf Servern, und werden bei Bedarf einfach auf das Handy, den PC oder die Spielkonsole gestreamt. Werke werden geliehen oder per Abo dauerhaft zugänglich.

Großer Push 2014

Was bei Musik und Filmen bereits üblich ist, will Sony als einer der ersten im großen Maßstab nun auch bei Spielen vorantreiben und ab Mitte 2014 zunächst in den USA PS3-Werke per Stream auf Konsolen und dann auf Fernsehern, Tablets und Smartphones verfügbar machen. Die Vision ist klar: In den kommenden Jahren sollen sämtliche Medieninhalte von spezifischer Hardware gelöst und universell abrufbar gemacht werden. Aus Sicht des Konsumenten ist dies zunächst natürlich unglaublich praktisch. Allerdings hat der Ausblick, an wenige, ganze Märkte überspannende Dienste gebunden zu werden, auch etwas Beunruhigendes.

Enorme Abhängigkeit

Einerseits werden so zwangsläufig Oligopole oder gar Monopole gefördert. Streame ich über Sony meine Games, ist der Klick zum Song oder Film aus dem gleichen Onlinenetzwerk fast zu naheliegend, um einen anderen Dienst aufzurufen. Andererseits führt die freiwillige Bindung an Cloud-Systeme zur Abhängigkeit vom Internet. Wird der Server von Hackern angegriffen, spinnt der Router oder gibt es einen Netzausfall beim Mobilfunker, verstummt jeder Ton und das Bild bleibt Schwarz.

Vorsicht geboten

Fortschreitender Breitbandausbau, sicherer werdende Datenzentren werden Streamings zweifellos handfester machen. Noch fühlen sie sich jedoch nicht so vertrauenswürdig an, wie die Silberscheiben im CD-Regal oder das MP3 auf der Festplatte. Eine Revolution, der viele offene Fragen vorangehen. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 11.1.2014)

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"Berufsspieler", der Blog des GameStandard, erscheint jeden Samstag. Zsolt Wilhelm gibt darin die Meinung eines Redakteurs wieder, der beruflich spielt und über Spiele schreibt und blickt auch hinter die Kulissen. Fragen beantwortet er gerne hier im Forum oder über Twitter und Google+.

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    foto: ap photo/julie jacobson

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