Poet und Aktivist Amiri Baraka gestorben

10. Jänner 2014, 13:36
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Galt als gewichtige und kontroversielle Stimme der afro-amerikanischen Literatur

New York - Als Amiri Baraka 1967 während der Rassenunruhen in den USA wegen Waffenbesitz zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, galt der Schriftsteller und Musikkritiker als ein Wortführer der Black Power-Bewegung. Berühmt geworden war Jones, der mit bürgerlichem Namen Everett LeRoy Jones hieß, durch die Off-Broadway-Aufführung seines Bühnenstückes "Dutchman" 1964 in New York und die Veröffentlichung des Prosatextes "Dantes System der Hölle" ein Jahr zuvor.

1934 in Newark, New Jersey, als Sohn eines Postangestellten und einer Sozialarbeiterin unter dem geboren, veröffentlichte er 1961 die Gedichtsammlung "Preface to a Twenty Volume Suicide Note" und zwei Jahre später "Blues People: Negro Music in White America". Nach der Ermordung von Malcom X und gab er sich den Namen Imamu Ameer Baraka an, den er später zur heutigen Form abwandelte. Seine Themen waren die schwarze Kultur, deren Musik und Geschichte. Seine radikalen Ansichten riefen immer wieder zum Hass als einzigen Ausweg der Unterdrückten in die Freiheit auf.

Anfangs galt sein Einsatz ausschließlich der Befreiung der schwarzen Bevölkerung. Später, nach der Zerschlagung der "Black Power" zu Beginn der 70er Jahre, distanzierte er sich vom Rassismus und sah im Klassenkampf die zentrale Aufgabe. Nicht mehr die weißen Amerikaner, sondern die Reichen waren das Ziel seines Hasses.

1990 fungierte er als Ko-Autor der Autobiografie des Musikers und Produzenten Quincy Jones. 2002 wurde er vom Staat New Jersey zum Poet Laureate ernannt, musste aber auf die Auszeichnung verzichten, nachdem sein Gedicht "Somebody Blew Up America" für Kontroversen gesorgt hatte. Einige Zeilen waren dahingehend interpretiert worden, Baraka behaupte, Israel stecke hinter den Terroranschlägen am 11. September 2001. Dennoch wurde Baraka auch später noch mehrfach ausgezeichnet, 2008 etwa mit dem PEN Open Book Award, 2010 mit American Book Award. Am 9. Jänner verstarb mit Baraka eine der maßgeblichen Stimmen der US-Literatur und Gegenkultur des letzten Jahrhunderts, eine Todesursache wurde zunächst nicht bekannt gegeben. (APA/red, derStandard.at, 10.1.2014)

  • Der Poet und Aktivist Amiri Baraka ist 79-jährig gestorben.
    foto: reuters

    Der Poet und Aktivist Amiri Baraka ist 79-jährig gestorben.

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