Anwalt von Bakary J. fordert 384.000 Euro und Pension für Folteropfer

9. Jänner 2014, 18:46
170 Postings

Er hat Amtshaftungsklage eingebracht

Wien - Der Anwalt des Folteropfers Bakary J., Nikolaus Rast, hat Amtshaftungsklage gegen die Republik Österreich eingebracht. Das berichtet die Tageszeitung "Kurier" in ihrer Freitagsausgabe. Rast will demnach für den Gambier 384.000 Euro Schadenersatz sowie eine monatliche Rente von 1.000 Euro brutto erreichen.

Rast hatte einen derartigen Schritt bereits Anfang Oktober angekündigt und dabei von einer Forderung von 750.000 Euro gesprochen. Die Finanzprokuratur hat bisher 110.000 Euro in Tranchen an Bakary J. und seine Familie überwiesen, sodass der tatsächliche Streitwert nun 274.000 Euro betragen dürfte.

Bakary J. war 2006 nach einem gescheiterten Abschiebeversuch von vier Wiener Polizisten in einer Lagerhalle schwer misshandelt worden. Drei der vier Polizisten, Angehörige der WEGA, die wegen der Misshandlung von Bakary J. im April 2006 rechtskräftig verurteilt wurden, sind im April 2012 aus dem Polizeidienst entlassen worden. Der vierte, der als "Aufpasser" fungierte, ist nach wie vor bei der Polizei und versieht Innendienst. Die Entschädigung selbst muss das Innenministerium begleichen. Dessen Sprecher Karl-Heinz Grundböck hat bereits angekündigt, dass sich das Ministerium das Geld im Regressweg bei den Beamten zurückzuholen wird. (APA, 9.1.2014)

Share if you care.