Zu wenig Bienen für Biosprit-Pflanzen

9. Jänner 2014, 18:33
93 Postings

"Plos One"-Studie fordert mehr Schutz für wilde Bestäuber

London - In vielen europäischen Ländern gibt es wegen des steigenden Anbaus von Biosprit-Pflanzen nicht genug Bienen. "Uns droht in den kommenden Jahren eine Katastrophe, wenn wir nicht handeln", sagte Simon Potts von der Universität Reading dem Sender BBC.

Demnach fehlen in Europa rund 13,4 Millionen Kolonien oder etwa sieben Milliarden Honigbienen, wie es in der Studie heißt, die unter Beteiligung von Forschern aus ganz Europa entstand und am Donnerstag in der Online-Ausgabe des Fachjournals Plos One veröffentlicht wurde.

Europa benötige wegen des Anbaus etwa von Raps oder Sonnenblumen für den Biosprit mehr Bienen als früher.

Insgesamt sei die Honigbienen-Population über ganz Europa von 2005 bis 2010 zwar um sieben Prozent gewachsen. Der Bedarf an Honigbienen-Bestäubung sei jedoch ebenfalls sehr stark gestiegen. Besonders problematisch sehe es etwa in Großbritannien oder Moldawien aus. Die Wissenschafter weisen darauf hin, dass insgesamt noch viel Forschung auf dem Gebiet nötig sei.

Dies sei ebenfalls mit Blick auf wilde Bestäuber der Fall. So gehen die Forscher davon aus, dass ein Teil des Defizits von wilden Bestäubern wie etwa Hummeln und Schwebefliegen gedeckt wird. Diese brauchten besonderen Schutz.

"Wir brauchen eine Strategie über ganz Europa hinweg, wie wir wilde Bienen und Bestäuber durch den Schutz ihrer Lebensräume, durch Landwirtschaftspolitik und Anbaumethoden erhalten können", forderte Co-Autor Potts. "Sonst riskieren wir große finanzielle Verluste für den Landwirtschaftssektor und eine potenzielle Krise bei der Lebensmittelversorgung." (APA/red, DER STANDARD, 10.1.2014)

  • Laut der Studie fehlen Europa etwa sieben Milliarden Honigbienen.
    foto: apa

    Laut der Studie fehlen Europa etwa sieben Milliarden Honigbienen.

Share if you care.