Armee und Rebellen im Südsudan kämpfen um wichtige ölreiche Region

9. Jänner 2014, 16:58
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Militär rückte nach eigenen Angaben auf Städte Bentiu und Bor vor - Friedensverhandlungen treten auf der Stelle

Juba/Addis Abeba - Regierungstruppen und Rebellen im Südsudan haben sich am Donnerstag heftige Kämpfe um die wichtige ölreiche Region um die Regionalhauptstadt Bentiu geliefert. In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba fanden unterdessen weiter Verhandlungen zwischen den beiden Konfliktparteien statt.

Die Truppen von Präsident Salva Kiir wollen offenbar die Stadt Bentiu zurückerobern. Die Rebellen, die dem ehemaligen Vize-Präsidenten Riek Machar anhängen, hatten die strategisch wichtige Stadt im Dezember unter ihre Kontrolle gebracht. Sie liegt rund 200 Kilometer nördlich der südsudanesischen Hauptstadt Juba.

Am Donnerstag warfen vier ugandische Kampfflugzeuge auf Anweisung Kiirs Bomben auf verschiedene Orte im ölreichen Bundesstaat Jonglei ab, wie ein Sprecher der Rebellendelegation am Nachmittag in Addis Abeba erklärte. Eine Bestätigung gab es zunächst jedoch nicht. "Wir verurteilen die Einmischung der ugandischen Regierung in einen internen Konflikt des Südsudans aufs Schärfste", erklärte Rebellensprecher Hussein Mar Nyuot. Uganda hatte dem Land zuletzt bereits ein Ultimatum für eine Waffenruhe gestellt und andernfalls mit militärischen Schritten gedroht. Nach Angaben Nyuots soll die "diktatorische Regierung" des Nachbarlandes Interessen an den Ölvorkommen im Südsudan haben.

Flucht zu UNO

Immer mehr Bürger flüchteten aus Angst vor erneuten Kämpfen auf das Gelände einer UN-Einrichtung, berichtete die BBC. Die auch ethnisch motivierten Kämpfe in dem erst 2011 unabhängig gewordenen Land dauern bereits seit über drei Wochen.

Die Friedensverhandlungen in Äthiopien traten indes auf der Stelle. Im Mittelpunkt der Gespräche stand das Schicksal von elf Politikern, die im Dezember im Zuge eines angeblichen Putschversuchs verhaftet worden waren. Die Rebellen fordern die Freilassung der Männer als Voraussetzung für einen Waffenstillstand. Am Donnerstag fanden jedoch keine direkten Verhandlungen statt.

Eine Delegation der ostafrikanischen Regionalorganisation IGAD, die bei den Gesprächen vermittelt, war in den vergangenen Tagen in die südsudanesische Hauptstadt Juba gereist, um mit Präsident Kiir zu beraten.

Treffen mit Gefangenen

Bei dem Besuch seien die Chefvermittler auch mit den Gefangenen zusammengetroffen, hieß es am späten Mittwochabend in einer Mitteilung. Diese hätten sich für ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten ausgesprochen - unabhängig von ihrer Freilassung. Die Rebellendelegation glaubt diesen Angaben jedoch nicht und vermutet, auf die Gefangenen sei zuvor Druck vonseiten der Regierung ausgeübt worden. "Wenn jemand Dir eine Waffe an den Kopf hält, dann würdest Du alles sagen", betonte Nyuot.

Die Truppen Kiirs und seines Rivalen und früheren Stellvertreters Riek Machar bekämpfen sich seit Mitte Dezember. Kiir warf Machar die Planung eines Putsches vor. Der Konflikt ist durch ethnische Rivalitäten mitbedingt: Kiir gehört zur größten Volksgruppe der Dinka, Machar zur Volksgruppe der Nuer. Bei den Kämpfen wurden bereits tausende Menschen getötet, etwa 200.000 Südsudanesen sind nach Angaben der Vereinten Nationen auf der Flucht.

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