Erfolgreich auch ohne Klimt

9. Jänner 2014, 17:00
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Nur das 21er-Haus bereitet Agnes Husslein Probleme

Wien - Das Klimt-Jahr 2012 mit knapp 1,14 Millionen Besuchern war nicht zu toppen: 2013 kam das Belvedere samt 21er-Haus und dem im Oktober eröffneten Winterpalais auf 957.802 Besucher. Direktorin Agnes Husslein-Arco sprach bei ihrer Programmpressekonferenz dennoch von einem "Erfolgsjahr". Immerhin erzielte man das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte des Hauses; der von Husslein eingeleitete Aufwärtstrend (2006 gab es nur 432.575 Besucher) geht weiter.

Höchst erfreulich sei auch die finanzielle Situation: Bei gleichbleibender Basisabgeltung (8,9 Millionen Euro) habe man einen "Eigenumsatz" in der Höhe von 11,72 Millionen erzielt. Der Eigendeckungsgrad habe daher 56,8 Prozent betragen. Auf Nachfrage des Standard gestand man ein, Steuergeld als "Eigenumsatz" ausgegeben zu haben. Denn neben der Basisabgeltung (8,9 Millionen Euro) erhielt das Belvedere 600.000 Euro für die Eröffnung des Winterpalais als Museum. Man versprach, die Zahlen zu korrigieren. Ein Eigendeckungsgrad von 54 Prozent ist im Vergleich aber noch immer fulminant.

Husslein hat nur ein gröberes Problem: Das 21er-Haus, 2011 eröffnet, wird trotz großer Bemühungen nicht angenommen. Es gelang lediglich eine Steigerung von 29.874 auf 32.994 Besucher. Man habe Handlungsbedarf, so die Direktorin: "2013 mussten wir für den Betrieb zwei Millionen Euro zuschießen." Sie setzt ihre Hoffnungen in den neuen Chefkurator Mario Codognato und die Fertigstellung des Hauptbahnhofs, der für eine Belebung sorgen werde.

Winterpalais als Magnet

Einen Run gab es hingegen auf das innerstädtische Winterpalais des Prinzen Eugen: In nur 75 Tagen kamen 55.792 Besucher.

Für das Jahr 2014 ist ein dichtes Programm geplant: Ab 14. Februar zeigt man die Entwicklung der Moderne im Städtevergleich Wien - Berlin, ab 7. März eine Ausstellung über den Totentanz von Albin Egger-Lienz und den Krieg. Edelbert Köb und Thomas Mießgang präsentieren unter dem Titel Die andere Seite ab 18. Juni Spiegelungen in der zeitgenössischen Kunst. Russische Kunst in Wien um 1900 ist ab 27. Juni zu sehen, eine Hagenbund-Überblicksschau folgt ab 10. Oktober. Und Vizedirektor Alfred Weidinger kuratiert eine große Peter-Weibel-Retrospektive (ab 17. Oktober). (trenk, DER STANDARD, 10.1.2014)

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