Redesign bringt die "New York Times" zurück zum Ursprung

Ansichtssache9. Jänner 2014, 16:20
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Die US-Zeitung, Vorreiter bei Paid Content und Multimediajournalismus, hat ihr digitales Layout überarbeitet.

foto: screenshot nytimes

"Zurück in die Zukunft" nennt die Techsite Mashable das Redesign der "New York Times". Seit 8. Jänner ist die renommierte US-Tageszeitung in neuem Gewand. Die Trendfarben der "grauen Lady" sind Schwarz und Weiß. Auch die schwarze Linkfarbe der Titel, teilweise in kursiver Schrift, sind eine Rückbesinnung an das Layout gedruckter Zeitungen.

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Zuletzt wurde die Seite 2006 überarbeitet - das Bild zeigt die alte Version.

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Das neue Responsive Design passt sich an die unterschiedlichen Endgeräte an. Auch der technische Hintergrund wurde erneuert und soll für schnellere Abrufzeiten sorgen.

Hamburger-Navigation

Neu ist auch die Navigation. Zwar gibt es weiterhin eine horizontale Navigation mit den wichtigsten Ressorts unter dem Seitenkopf, die lange Liste links wurde jedoch gebündelt und zusammengeschrumpft in ein vergleichsweise unauffälliges Element, das der New Yorker Journalismusprofessor Jeff Jarvis den "Hamburger-Button" nennt. Die sogenannten "Sections" sollen  eine schnelle Orientierung ermöglichen.

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foto: screenshot nytimes

Zu den wesentlichen Neuerungen zählt das elegantere Artikellayout mit großzügigem Weißraum, das an die Darstellung von wegweisenden Multimediageschichten im Onlinejournalismus – die erste davon hieß "Snowfall" – erinnert. "Personalized recommendations" sollen auf den individuellen Leser zugeschnittene Empfehlungen servieren. Pfeile zum Weiterklicken links und rechts sollen das Gefühl vermitteln, sich durch das Angebot zu blättern.

Das erinnert aber nur leicht an die Userführung auf mobilen Endgeräten wie Tablets. Die Desktopversion spielt weiter eine große Rolle, zeigt die Generalüberholung. Keine Überraschung, damit lassen sich noch immer mehr Werbe- und digitale-Abodollar machen als mit den mobilen Versionen.

Aufreger "Native Ads"

Bereits im Vorfeld für Aufregung, auch innerhalb der Redaktion, sorgte die neue Werbeform der "Native Ads". Verleger Sulzberger Jr. musste bereits vor dem Relaunch beruhigen, dass der Leser immer wissen werde, ob er eine Botschaft eines Werbekunden oder redaktionellen Inhalt vor sich habe. Diese Werbeartikel werden deshalb besonders hervorgehoben und gekennzeichnet, auch durch eine URL mit dem Zusatz "paidpost.nytimes.com".

Kommentare mit Kontext

Kommentare der User blendet die renommierte US-Zeitung erst nach einem Klick ein, dafür werden sie auf eine Ebene mit den redaktionellen Inhalten gehoben. Die Postings erscheinen neben dem Artikel, nicht wie bisher darunter. Das soll Kontext schaffen.

Doctor: Print "große Nische"

Für US-Medienberater Ken Doctor ("Newsonomics") verlagert sich durch den Relaunch auch der Schwerpunkt des Hauses von Print auf Online. Er sieht Print künftig als große Nische: "digital publishing is getting to be the main publishing system of the Times, with print becoming a niche, if still a very big one." (Sabine Bürger, derStandard.at, 9.1.2014)

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