Personenschutz für Familie von Vergewaltigungsopfer

9. Jänner 2014, 15:12
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16-Jährige war mehrmals missbraucht und angezündet worden

Kolkata - Nach dem Tod einer 16-jährigen Schülerin in Indien, die nach zwei Gruppenvergewaltigungen und einem Brandanschlag gestorben war, hat ein Gericht in Kolkata Personenschutz für die Familie des Opfers angeordnet. Das Gericht wies die Behörden an, für die Sicherheit der Familie zu sorgen.

Zuversichtlicher Vater

In ihrer Klage hatten die Eltern zudem verlangt, dass die Ermittlungen zum Tod ihrer Tochter von der Bundespolizei CBI übernommen werden. Er sei "zufrieden und zuversichtlich, dass wir für unsere Tochter Gerechtigkeit erlangen", sagte der Vater nach der Gerichtsentscheidung.

Die 16-Jährige war nach Polizeiangaben am 26. Oktober in Madhyagram bei Kolkata von einer Gruppe Männern vergewaltigt worden. Nur einen Tag später wurde sie erneut vergewaltigt, als sie von der Polizei zurückkehrte, um den ersten Vorfall zu melden. Am 23. Dezember wurde sie dann von Bekannten der Beschuldigten angezündet, am Neujahrstag starb sie im Krankenhaus.

Umzug und Drohungen

Die Familie war nach den Vergewaltigungen weggezogen, aber von den mutmaßlichen Vergewaltigern aufgespürt und nach Angaben des Vaters bedroht worden. Nach dem Tod des Mädchen hatten die Eltern angekündigt, für eine Verurteilung der Täter kämpfen zu wollen. Erst nach dem Tod des Mädchens, also mehr als zwei Monate nach den Vergewaltigungen, waren sechs Verdächtige festgenommen und angeklagt worden. In Kolkata gingen hunderte Menschen auf die Straße, um gegen die Taten zu protestieren.

Der Vorfall weckte Erinnerungen an eine brutale Gruppenvergewaltigung im Dezember 2012 in der Hauptstadt Neu Delhi. Damals missbrauchten mehrere Männer eine 23-jährige Studentin in einem Bus. Die Frau erlag zwei Wochen später ihren schweren Verletzungen.

Das Verbrechen hatte die indische Öffentlichkeit zutiefst aufgewühlt und tausende Menschen zu Protesten gegen die verbreitete sexuelle Gewalt gegen Frauen und die Gleichgültigkeit der Behörden auf die Straßen getrieben. Die Politik reagierte mit der Einführung der Todesstrafe bei Vergewaltigungen mit Todesfolge. Dennoch wurden seit der Tat immer wieder schwere Sexualverbrechen begangen, unter anderem auch an ausländischen Touristinnen. (APA, 09.01.2014)

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