Fühlen Sie sich von dieser Überschrift angesprochen?

9. Jänner 2014, 16:22
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Norwegische Forscher untersuchten, welche Headlines am meisten Online-Zugriffe generieren

Oslo/Wien - Eine Forschungsfrage wie aus unserem Arbeitsalltag: Wie bringt man im Internet Beiträge am effektivsten an die Leser? Forscher der BI Norwegian Business School in Oslo haben sich in einer Studie mit dieser Frage beschäftigt und untersucht, welche Überschriften die meisten Zugriffe generieren. Das Ergebnis: Texte, deren Headlines eine Frage stellen, werden signifikant häufiger angeklickt als solche mit erklärenden Überschriften. Wird eine Frage direkt an die Leser gerichtet, verstärkt sich der Effekt weiter.

Marketing und Werbung setzen schon lange auf diese Form gezielter Aufmerksamkeitserregung. Wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt es jedoch bisher kaum. Linda Lai und Audun Fabrot konnten  nun in zwei Experimenten empirisch zeigen, was das Fragezeichen in der Überschrift bringt. Die Forscher analysierten über vier Monate hinweg die Veröffentlichungen eines Twitter-Accounts mit über 6.000 Followern sowie Werbetexte der Website FINN, einer norwegischen Version von eBay.

Bis zu 175 Prozent mehr Zugriffe

Über Twitter wurden im Untersuchungszeitraum Nachrichtenmeldungen unterschiedlich verpackt und sowohl mit fragenden als auch beschreibenden Headlines verbreitet. So trug beispielsweise ein Tweet den erklärenden Titel "Macht korrumpiert", ein weiteres zum selben Thema den fragenden Titel "Ist dein Chef berauscht von Macht?" Im FINN-Experiment wurden hingegen Werbeschaltungen für vier unterschiedliche Produkte mit einer zufälligen Abfolge von fragenden und beschreibenden Titeln online veröffentlicht.

Die Anzahl der Zugriffe zeigte eindeutige Ergebnisse: Wurden in den Überschriften Fragen gestellt, stieg die Zugriffszahl um durchschnittlich 150 Prozent gegenüber Beiträgen mit beschreibenden Headlines. Waren die Fragen direkt an die Leser gerichtet, waren es gar um 175 Prozent mehr Klicks. Quantitativ bringt das Fragezeichen in der Überschrift also - fraglos - einiges. Nun steht aber am Ende dieser Meldung ebenfalls eine Frage: Ist es seriös, andauernd Fragen an die Leser eines Online-Mediums zu richten? (dare, derStandard.at, 9.1.2014)

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