Google+-Einladung bringt Mann ins Gefängnis

9. Jänner 2014, 14:30
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Kontaktaufnahme mit Exfreundin verstieß gegen einstweilige Verfügung

Für den US-Amerikaner Thomas G. wurde eine Einladung des sozialen Netzwerks Google+ nun zum Verhängnis. Die Exfreundin des Mannes hatte eine einstweilige Verfügung gegen den Mann erwirkt, nachdem sie sich von ihm getrennt hat. Kurze Zeit darauf bekam sie von ihm aber eine Einladung zu Google+. Die Frau ging mit der ausgedruckten E-Mail zur Polizei, und G. wurde verhaftet. Der Grund: Mit der Kontaktaufnahme habe er gegen die Auflagen der Verfügung verstoßen.

Keine aktive Kontaktaufnahme

Laut G.s Anwalt hat der Mann aber eine solche Einladung nie verschickt, er wisse auch nicht, wo sie herkomme. Vermutet wird laut Fast Company, dass die Einladung automatisch von Google verschickt wurde. In der Vergangenheit gab es dieses Phänomen bereits. Dazu müssen Nutzer nicht einmal aktiv Google+ nutzen, sondern beispielsweise einmal auf Youtube kommentieren oder einen anderen Service von Google nutzen. Die Nutzerbasis von Google+ soll so erweitert werden. Auch Facebook hat diese Methode vor einiger Zeit angewendet.

Gmail-Kontakte

Beschwerden dazu gab es bereits zahlreiche. Einige Nutzer meinen, Google würde die Gmail-Kontakte durchforsten, um anschließend Einladungen zu Google+ zu versenden. Tritt ein bereits bekannter Gmail-Kontakt Google+ bei, wird man oft ebenfalls per E-Mail darüber informiert.

Fall wird erst geklärt

Der Fall von Thomas G. ist noch nicht geklärt, zeigt aber, dass automatisches Versenden von Nachrichten durch Social-Media-Dienste im Extremfall zu einem massiven Problem für den Betroffenen werden kann. G.s Anwalt versucht nun jedenfalls aufzuzeigen, dass Google automatisch solche Einladungen verschickt und sein Mandant unschuldig ist. Der Fall soll erst im Februar vor Gericht kommen, G. befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam. (red, derStandard.at, 9.1.2014)

  • Eine automatische Google+-Einladung könnte für einen US-Amerikaner zum Verhängnis werden.
    foto: reuters

    Eine automatische Google+-Einladung könnte für einen US-Amerikaner zum Verhängnis werden.

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