Stichwort Remanufacturing

Kolumne10. Jänner 2014, 16:46
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Autoschrott lässt sich wieder zu hoch- und höchstwertigem Stahl verarbeiten - Alu, Kunststoff und Kohlefasern sind schwieriger zu verwerten als Stahl

Die Hauptursache dafür, dass ein Auto als gut verwertbar gilt, ist die Tatsache, dass es vom Gewicht her gesehen überwiegend aus Stahl besteht.

Die Voraussetzungen für gut funktionierende Kreislaufwirtschaft sind exzellent, der Autoschrott lässt sich wieder zu hoch- und höchstwertigem Stahl verarbeiten.

Problem: Verbundwerkstoffe

Bei Alu ist das schon schwieriger. Ganz schwierig ist hochwertige Wiederverarbeitung aber bei Kunststoff und derzeit unmöglich bei Kohlenstofffasern. Heikel auch die zunehmend komplexeren Bauteile aus Verbundwerkstoffen.

Mit immer raffinierteren Fertigungsmethoden, mit neuen Verbindungs- und Klebetechniken sinken sogar die Möglichkeiten der stofflichen Trennung rapid. Man könnte hier ein düsteres Bild von Umweltkatastrophen malen, wenn man sich vor Augen führt, dass ein erheblicher Teil der ausgemusterten Autos in immer ärmere Länder verkauft wird, wo sie irgendwann im günstigen Fall auf einer Müllkippe landen.

Weiternutzen statt wegwerfen

Im zunehmend höheren Wert der eingesetzten Werkstoffe liegt aber auch die Chance, dass alte Autos als wertvolle Rohstoffquelle gesehen werden und sich Wiederverwertung lohnt. Bestes Anzeichen dafür: „Remanufacturing".

Was vor Jahrzehnten unter dem Begriff „Austauschmotor" bekannt war, wird mittlerweile wieder häufiger angewendet, sogar in großem Stil von den Herstellern selbst: Der Produzent eines komplexen Bauteils, etwa Motor, Getriebe, baut in eigenen Fertigungsstraßen aus alten und, wo notwendig, neuen Teilen wieder komplette Aggregate zusammen. Damit kommt man zu günstigen Kosten in Qualität und Sicherheit nahe an ein neues Bauteil heran. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 10.01.2014)

  • Stahl lässt sich gut verwerten. Neue Fertigungstechniken und Materialien im Autobau könnten das Remanufactoring beleben.
    foto: ap

    Stahl lässt sich gut verwerten. Neue Fertigungstechniken und Materialien im Autobau könnten das Remanufactoring beleben.

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