Libyens Premier droht mit Versenkung von Öltankern

8. Jänner 2014, 20:31
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Autonomiegruppierung hält Anlegestellen seit Sommer besetzt

Tripolis - Der Konflikt in Libyen um die von schwer bewaffneten Regierungsgegnern besetzten wichtigen Ölhäfen spitzt sich zu. Ministerpräsident Ali Zeidan drohte am Mittwoch damit, Tanker gegebenenfalls zu versenken, sollten sie versuchen, in den Häfen Öl aufzunehmen. "Wir warnen alle Länder: Es wird keine Nachsicht geben."

Am Vortag hatte die nach Autonomie strebende Gruppe, die die Anlegestellen seit Sommer besetzt hält, erklärt, sie garantiere für die Sicherheit aller einlaufenden Schiffe. Tankern unter ausländischen Flaggen boten sie an, Öl an der Regierung vorbei aufzunehmen.

Warnschüsse

Die Regierung hat die Abgabe von Öl über die östlichen Häfen Es Sider, Ras Lanuf und Sueitina als illegal eingestuft, so lange diese besetzt sind. Am Wochenende hinderte die Marine einen Tanker unter maltesischer Flagge mit Warnschüssen daran, in Es Sider festzumachen. Ölminister Abdelbari Arusi sagte am Mittwoch in einem Reuters-Interview, jedes Unternehmen, dass sich mit den Besetzern einlasse, werde verklagt und von jeglicher künftiger Zusammenarbeit ausgeschlossen. "Für sie wird es in Libyen keinen Markt mehr geben. Wir warnen alle globalen und kleinen Firmen davor, mit den bewaffneten Gruppen Geschäfte zu machen." Öl ist die wichtigste Einnahmequelle Libyens. Bis zur Besetzung der Häfen wurden über diese täglich 600.000 Barrel exportiert.

Der Konflikt um die Häfen zeigt, wie schwer sich die Regierung nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi im Sommer 2011 immer noch damit tut, das nordafrikanische Land in stabile Bahnen auf dem Weg zur Demokratie zu lenken. Mehrere Milizen, die beim Kampf gegen Gaddafi mithalfen, wollen sich nicht unterordnen. Auch die Gruppe, die die Häfen besetzt hält, wird von einem einstigen Helden der Revolution angeführt. Die Regierungsgegner fordern Autonomie und gehören zu einer Bewegung, die im Osten Libyens eine eigene Regionalregierung ernannt hat. (APA/Reuters, 8.1.2014)

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