FCC schafft Umbau des Schuldenbergs

8. Jänner 2014, 18:09
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Kredite über 4,6 Milliarden werden aufgeschoben

Des einen Freud, des anderen Leid: Karl Engelhart, Masseverwalter der Alpine-Holding, steht vor leeren Kassen und erachtet die Pleitefirma als "Briefkasten". Anwalt Eric Breiteneder wollte die spanische Mutter FCC (Fomento de Construcciones y Contratas) im Dezember wegen Durchgriffshaftungen klagen. Diese zeigt sich davon unbeeindruckt und ist dabei, die größte Umschuldung der jüngeren Geschichte zu bewältigen.

96 Prozent der Gläubigerbanken stimmten bereits zu, die Rückzahlung von Verbindlichkeiten über 4,6 Milliarden Euro um vier Jahre aufzuschieben. Das berichten Wirtschaftszeitungen wie Cinco Días. Brancheninsider rechnen damit, dass eine Übereinkunft unmittelbar bevorsteht.

Konkret geht es um Kredite über 1,250 Mrd. Euro, 800 Mio. und 450 Mio. Euro sowie kleinere Kredite, die der Konzern unter Esther Alcocer Koplowitz bündeln will, geht aus FCC-Aussendungen hervor. Einzelne wären mit 31. Dezember fällig gewesen, was zeitweise Angst vor Zahlungsausfällen schürte. Koplowitz selbst war zuvor mehrere Wochen im Zahlungsverzug. Nun gilt der 28. Februar als Stichtag. Bis dahin wurde eine Stillstandsklausel vereinbart.

Koplowitz trennte sich von 3,8 Prozent ihrer FCC-Anteile. Sie hält noch 50 Prozent. 3,1 Prozent davon schnappte sich der US-Milliardär George Soros für 72,5 Mio. Euro. Er ist der bereits zweite US-Großinvestor nach Bill Gates mit seinen sechs Prozent, der der FCC das Vertrauen schenkte. Zu den Hauptgläubigern der FCC zählen neben den spanischen Großbanken Santander, BBVA und LaCaixa (Erste-Group-Aktionär) die notverstaatlichte Bankia. Die Verbindlichkeiten lagen zuletzt bei 6,6 Mrd. Euro. Unter sechs Mrd. will man die Summe mit dem Jahresabschluss gesenkt wissen. (Jan Marot aus Granada, DER STANDARD, 9.1.2014)

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