Lyrische Serien und ihre Variationen

8. Jänner 2014, 17:37
posten

Das Spannungsverhältnis zwischen ihren Bildern, zwischen Zeichnung und Malerei, Abstraktion und Figuration ist Thema der im Kunstbuero gezeigten Serien von Suse Krawagna

Wien - Mit einem Bild von Suse Krawagna haben Amer Abbas und Alexandra Grubeck im Dezember 2013 im Kunstbuero die Reihe der jeweils eintägigen "Einbildsalons" eröffnet. Als Gegenpol zu den ansonsten gerne überladenen Gruppen- oder auch Einzelpräsentationen konzipiert, soll hier ein einzelnes Gemälde die Konzentration bündeln und ein Gespräch darüber anregen.

Im Falle von Suse Krawagna dürfte bereits die Tatsache irritiert haben, dass man an diesem Abend in ihrem "Einbildsalon" eigentlich zwei Bilder sah: Es handelte sich dabei um ein großformatiges Gemälde, auf dem ein schwarzer Strich einen hellblauen Malgrund durchbricht; und direkt an die Wand hat die Künstlerin außerdem eine Art "Double" gemalt.

Dieses Bild ist flächiger und in der Ausführung nicht ganz so präzise; es verdeutlichte jedoch, dass es der Malerin weniger um das einzelne Bild als um die "Differenzen und Abweichungen" zwischen ihren Gemälden geht. Ausgangspunkt ihrer folglich immer seriellen (Versuchs-)Anordnungen sind dabei meist sehr reduzierte, kaum wiedererkennbare architektonische Elemente, die ihr als Grundlage ihrer Variationen dienen.

Die Künstlerin experimentiert dabei sowohl mit dem Spannungsverhältnis zwischen Zeichnung und Malerei als auch mit jenem zwischen Abstraktion und Figuration: Auf der Leinwand ist der schwarze Strich etwa mehr ein malerisches Element, das durchaus auch Schlieren zieht; das Wandbild rückt wiederum eher die Zeichnung und dessen Wahrnehmung als Riss in der Mauer, Bruch oder aber auch Spur stärker hervor.

In der auf den "Einbildsalon" folgenden laufenden Ausstellung machen noch zwei weitere "Bildpaare" deutlich, dass trotz der reduzierten, fast minimalistisch eingesetzten malerischen Mittel das Lyrische nicht zu kurz kommt: Auch diese Paare sind Teil größerer Serien. Serien, in denen die Künstlerin geometrische Formen wie Gitterstrukturen oder aber auch konstruktivistisch anmutende Farbfelder mit spontanen gestischen Korrekturen, poetischen Variationen und einem durchaus wiedererkennbaren individuellen Ausdruck durchsetzt. (Christa Benzer, DER STANDARD, 9.1.2014)

Bis 20. 1.

Kunstbuero

Schadekgasse 6-8, 1060 Wien

Link

www.artfoundation.at

  • Suse Krawagna zeigt insgesamt drei "Bildpaare" in ihrer Ausstellung, die nahtlos an den eintägigen "Einbildsalon" im Kunstbuero anschloss.
    foto: kunstbuero

    Suse Krawagna zeigt insgesamt drei "Bildpaare" in ihrer Ausstellung, die nahtlos an den eintägigen "Einbildsalon" im Kunstbuero anschloss.

Share if you care.