Neues Tageszentrum für psychische Erkrankte in Wien

8. Jänner 2014, 15:21
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Zusatzangebot soll Menschen, die von Depressionen, Angstzuständen oder Suchtkrankheiten betroffen sind, bei der Alltagsbewältigung unterstützen

Wien - Am Mittwoch wurde ein neues Tageszentrum im Sozialpsychiatrischen Ambulatorium Landstraße eröffnet. Dort sollen Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen - ergänzend zur medizinischen Betreuung - bei der Alltagsbewältigung unterstützt werden.

Das Ambulatorium am Standort Modecenterstraße 14 existiert bereits seit 2005. Hier steht die medizinische Behandlung der Betroffenen - von medikamentöser bis Gesprächstherapie - im Vordergrund.

Im selben Gebäude ist nun das 300 Quadratmeter große Tageszentrum untergebracht, durch das ein Teil der sozialen Bereiche abgedeckt werden soll. Kochen, Wanderausflüge, Jonglieren, Trommeln oder Singen zählen zum Repertoire der angebotenen Gemeinschaftsaktivitäten. Darüber hinaus können Ergotherapie und Psychoedukation in Anspruch genommen werden. Das vorrangige Ziel sei es, den Betroffenen dabei zu helfen, besser mit ihrer Krankheit umzugehen, den Alltag zu meistern, aber auch Grenzen zu erkennen.

Kostenlos und niederschwellig

"Vorgesehen sind viertel- bis halbjährliche Kurszyklen", sagt Georg Psota, ärztlicher Leiter der Psychosozialen Dienste in Wien (PSD). Im Laufe eines Monats können bis zu 40 Personen die diversen Angebote wahrnehmen. Zielgruppe sind vorrangig Menschen, die von schweren oder langwierigen psychischen Erkrankungen betroffen sind.

In Wien gibt es insgesamt acht Sozialpsychiatrische Ambulatorien. Laut Psota sei mittelfristig geplant, alle Einrichtungen mit einem Tageszentrum auszustatten. Das bedeutet konkret, dass weitere vier Ambulatorien nach Möglichkeit bis Ende 2015 folgen sollen. Der Zugang ist bewusst niederschwellig, die Behandlung kostenlos und auch ohne E-Card sowie auf Wunsch anonym möglich. (APA/red, derStandard.at, 8.1.2014)

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