Diplomatischer Streit: Indien untersagt US-Botschaftsklub Geschäfte

8. Jänner 2014, 13:44
46 Postings

Angespanntes Verhältnis nach Festnahme indischer Diplomatin in New York

Neu-Delhi/New York - Nach der Festnahme einer indischen Diplomatin in New York hat die Regierung in Neu Delhi neue Maßnahmen gegen die US-Vertretung in der Hauptstadt beschlossen. Der Klub auf dem US-Botschaftsgelände dürfe keine "kommerziellen Geschäfte" mehr machen, berichtete die indische Nachrichtenagentur IANS am Mittwoch.

Außerdem sollen alle Fahrer von amerikanischen Diplomaten-Fahrzeugen nun bei Verkehrsverstößen zur Rechenschaft gezogen werden. Ein hoher indischer Regierungsbeamter bestätigte den Bericht, die Vertretung der USA in Neu Delhi äußerte sich nicht dazu. Auf dem Gelände des US-Botschaftsklubs gibt es ein Schwimmbecken, Tennisplätze, ein Restaurant und eine Bar. Auch Diplomaten anderer Länder und US-Familien können ihn gegen eine Gebühr nutzen.

Weniger Schutz für US-Botschaft

Bereits Ende Dezember hatte Indien als Reaktion auf die Festnahme die diplomatische Immunität von US-Konsularbeamten heruntergestuft. Familienmitgliedern von Konsularbeamten wurde die Immunität entzogen, sodass sie nicht mehr vor Strafverfolgung geschützt sind. Die Straße vor der US-Botschaft in Delhi wird nicht mehr von indischen Polizisten abgeriegelt.

Die indische Vize-Generalkonsulin Devyani Khobragade war Mitte Dezember in New York festgenommen worden. Der Diplomatin wird vorgeworfen, falsche Dokumente für den Visumantrag ihrer indischen Haushälterin vorgelegt und nicht den Mindestlohn gezahlt zu haben. Die 39-Jährige wurde in Handschellen abgeführt und einer Ganzkörperuntersuchung unterzogen, ehe sie in eine Zelle gesperrt wurde. (APA, 8.1.2014)

Share if you care.