Gericht verurteilt Französin wegen Tragens eines Ganzkörperschleiers

8. Jänner 2014, 12:27
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Eine Polizeikontrolle hatte im Juli nahe Paris Krawalle ausgelöst

Paris - Wegen Tragens eines Ganzkörperschleiers in der Öffentlichkeit ist eine junge Frau in Frankreich zu einer Geldstrafe von 150 Euro verurteilt worden. Außerdem verhängte das Gericht in Versailles am Mittwoch eine einmonatige Bewährungsstrafe gegen die zum Islam konvertierte 20-Jährige, weil sie sich gegen eine Polizeikontrolle gewehrt und dabei die Beamten beschimpft hatte.

Die Angeklagte war nicht zu der Verhandlung erschienen, was die Vorsitzende Richterin bedauerte. Somit sei "keine Diskussion" mit der Frau möglich gewesen.

Menschen belagerten Polizeirevier

Der Vorfall hatte im Juli im Pariser Vorort Trappes zu schweren Krawallen geführt. Hunderte von Menschen belagerten das Polizeirevier der rund 30.000 Einwohner zählenden Stadt, warfen mit Steinen, zündeten Mülltonnen und Autos an und zerstörten Bushaltestellen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Mehrere Menschen wurden festgenommen, darunter der Mann der Frau, ein ebenfalls zum Islam konvertierter Franzose. Ihm wurden Angriffe auf die Polizei vorgeworfen.

Der Anwalt der Angeklagten hatte gefordert, den Fall vom französischen Verfassungsrat prüfen zu lassen. Dies lehnte das Gericht ab. Es folgte damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft. Sie hatte argumentiert, der Verfassungsrat habe das im Oktober 2010 verabschiedete Verbot des Tragens von Ganzkörperschleiern in der Öffentlichkeit gebilligt. (APA/AFP, 8.1.2014)

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