Europas Börsen schließen uneinheitlich

8. Jänner 2014, 19:32
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Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Mittwoch uneinheitlich und mehrheitlich auch nur wenig verändert aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verringerte sich um marginal um 0,30 Einheiten oder 0,01 Prozent auf 3.110,66 Zähler.

Vor dem Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed am Abend hielten sich die Kursausschläge in Grenzen, berichtete eine Marktteilnehmerin. Einem weiteren Börsianer zufolge ist das Fed-Sitzungsprotokoll dieses Mal zudem wichtiger als gewöhnlich, nachdem die Notenbanker im Dezember eine erste Senkung ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe angekündigt hatten.

Die in Europa und den USA veröffentlichten Wirtschaftsdaten lieferten keine allzu starken Impulse. Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone bleibt auf Rekordniveau: 12,1 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter waren im November ohne Job. Das meldete die EU-Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg.

Positiv überraschten die Einzelhandelsumsätze der Eurozone. Wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte, lagen die Erlöse im November 1,4 Prozent höher als im Oktober. Die Markterwartungen wurden damit klar übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Umsätze um 1,6 Prozent.

In den USA war die Beschäftigung des Privatsektors im Dezember überraschend deutlich gestiegen. Das zeigten die Daten des Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing, die als Richtschnur für den am Freitag anstehenden Regierungsbericht gelten. Die deutliche Verbesserung der Arbeitsmarktlage setze sich fort und die Vorgaben für den offiziellen Bericht seien durchwegs positiv, meinte ein Analyst. Die Anleger befürchteten aber nun, dass die US-Notenbank ihre monatlichen Anleihenkäufe zur Stützung der Konjunktur schneller als gedacht zurückfahren könnte.

Ein Branchenvergleich zeigte erneut den Bank-Sektor als größten Gewinner. Nach dem sehr schwachen Verlauf 2013 könnte 2014 am Aktienmarkt "das Jahr der Banken" werden, sagte ein Händler. Die Sektoren Öl bzw. Nahrungs- und Genussmittel tendierten hingegen schwächer.

Finanzwerte zählten auch im Euro-Stoxx-50 zu den Favoriten der Investoren. So fanden sich Societe Generale mit plus 2,97 Prozent oder Intesa SanPaolo mit einem Anstieg um 2,17 Prozent unter den größten Gewinnern. BNP Paribas zogen um 1,43 Prozent an und Deutsche Bank gewannen 2,00 Prozent an Wert.

Bei den Aktionären der britischen Supermarktkette Sainsbury währte die Freude nach Zahlen nur kurz. Nach einem Kursplus von fast vier Prozent in den ersten Handelsminuten drehten die Titel rasch in Minus und schloss 2,41 Prozent tiefer. Das Unternehmen übertraf zwar die Markterwartungen beim flächenbereinigten Umsatz, erwartet aber ein vorsichtigeres Konsumverhalten der Verbraucher in den Monaten nach Weihnachten.

Freundlicher sah es bei Air France-KLM aus. Die Fluggesellschaft schloss das Jahr 2013 nach einem Schlussspurt mit mehr Passagieren und besser gefüllten Fliegern ab. Die Titel gewannen deutlich an Höhe und stiegen 7,27 Prozent an.

In Frankfurt kletterten die Papiere von K+S mit plus 5,45 Prozent an die DAX-Spitze. Ein Bericht der "Börsen-Zeitung" über hohe Nachfrage nach Streusalz in den USA stützt laut Händlern den Salzhersteller. Hinzu kommt eine Hochstufung von Kepler Cheuvreux von "Reduce" auf "Buy". BASF-Aktien wurden dagegen wegen einer Abstufung durch Merrill Lynch gemieden. Die Papiere des Chemiekonzerns büßten 0,66 Prozent ein. (APA, 8.1.2014)

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