USA: Positive Effekte von Anti-Raucher-Maßnahmen

8. Jänner 2014, 10:38
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Wissenschaftler schätzen, dass sich in den USA die Zahl der durch das Rauchen bedingten Todesfälle in den vergangenen 50 Jahren um rund acht Millionen reduziert hat

New York  - Rauchen zählt zu den gefährlichsten Risikofaktoren - unter anderem für Krebs, chronische Atemwegsleiden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In den USA gab es durch Maßnahmen wie Tabaksteuern, Aufklärung und Nikotin-Entwöhnungs-Programme in den vergangenen 50 Jahren schätzungsweise etwa acht Millionen Todesfälle weniger, die mit dem Zigaretteninhalationsrauchen im Zusammenhang stehen. - Zu diesem Ergebnis kommen US-amerikanische Wissenschaftler in einer aktuellen Studie.

1964 veröffentlichten Experten einen ersten Bericht zu den Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit. Als Folge dieser Studie wurden in den USA von staatlicher Seite sukzessive mehrere Maßnahmen initiiert, die die Menschen vom Rauchen abhalten oder zum Aufhören bewegen sollten. Dazu gehörten zum Beispiel die Erhöhung der Tabaksteuern, der Erlass von Gesetzen zum Nichtraucher-Schutz und die Einführung von Marketing- beziehungsweise Werbe-Beschränkungen.

Die Wissenschafter um Theodore Holford von der Yale School of Public Health (New Haven/US-Staat Connecticut) untersuchten nun in ihrer Studie, wie sich diese Maßnahmen auf die Zahl der durch das Rauchen bedingten Todesfälle ausgewirkt haben. Sie ermittelten dazu zunächst das Verhalten von Rauchern vor 1964, also ohne den Einfluss von Kontrollmaßnahmen. Zu den dabei berücksichtigten Daten gehörte zum Beispiel wie viele Menschen überhaupt rauchten und wie viele Zigaretten sie im Schnitt täglich konsumierten.

Anzahl der Raucher weltweit gestiegen

Unter Berücksichtigung von epidemiologischen Daten und den vorhandenen Erkenntnissen zum Einfluss des Rauchens auf die Gesundheit, ermittelten sie die Zahl der zu erwartenden Todesfälle durch Tabakkonsum. Die Ergebnisse verglichen die Forscher anschließend mit den tatsächlichen Zahlen zu den Todesfällen seit der Einführung der Kontrollmaßnahmen nach 1964. So konnten sie die positiven gesundheitlichen Auswirkungen der Tabakkontrolle abschätzen.

Die Experten berechneten, dass zwischen 1964 und 2012 in den USA 17,7 Millionen Todesfälle zu verzeichnen waren, die mit dem Zigarettenkonsum im Zusammenhang stehen. Ohne die umgesetzten Steuerungsmaßnahmen, wären es um acht Millionen mehr gewesen, so die Schätzung der Wissenschaftler.

Weltweit sei die Zahl der Raucher sowie die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten seit 1980 allerdings gestiegen, berichten Forscher um Marie Ng vom Institute for Health Metrics and Evaluation an der University of Washington (Seattle/US-Staat Washington). Gemessen an der Gesamtbevölkerung sei der Anteil von Rauchern aber gesunken. Die Forscher hatten für 187 Länder Daten zum Rauchverhalten der Bürger zwischen 1980 und 2012 ermittelt. (APA/red, derStandard.at, 8.1.2014)

  • Laut einer Studie sind Maßnahmen wie Tabaksteuern, Aufklärung und Nikotin-Entwöhnungs-Programme keineswegs wirkungslos.
    foto: dapd/norbert millauer

    Laut einer Studie sind Maßnahmen wie Tabaksteuern, Aufklärung und Nikotin-Entwöhnungs-Programme keineswegs wirkungslos.

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