Ex-Guantanamo-Häftling soll Rolle bei Angriff in Benghazi gespielt haben

8. Jänner 2014, 08:56
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US-Botschafter war bei Attacke auf Konsulat getötet worden

Washington/Benghazi - Ein ehemaliger Häftling des US-Gefangenenlagers Guantanamo soll nach einem Pressebericht beim Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Benghazi im September 2012 eine Rolle gespielt haben.

US-Regierungsvertreter gingen davon aus, dass von Abu Sufian bin Kumu geführte Kämpfer an dem Angriff beteiligt waren, bei dem US-Botschafter Christopher Stevens und drei seiner Mitarbeiter getötet worden waren, berichtete die "Washington Post" am Dienstag. Kumu ist demnach Anführer der islamistischen Gruppierung Ansar al-Sharia in der libyschen Stadt Derna.

Kumu und seine Leute seien Augenzeugen zufolge am 11. September 2012 von Derna nach Benghazi gefahren, berichtete die Zeitung. Es sei aber unklar, ob sie den Angriff im Voraus geplant hätten. Zur Zeit der Attacke wogte eine Welle von Protesten in der arabischen Welt, die sich an einem islamfeindlichen Film entzündet hatte.

"Globale Terroristen"

Der Zeitung zufolge will die US-Regierung in den kommenden Tagen drei Ableger der Gruppe auf die Liste ausländischer Terrororganisationen setzen. Kumu selbst sowie zwei weitere Milizenführer - Ahmed Abu Chattala and Seif Allah bin Hassine - würden zudem als "globale Terroristen" eingestuft. Ziel sei es, Druck auf die Gruppe auszuüben und Unterstützung für ihre terroristischen Aktivitäten einzuschränken. Möglich ist dem Bericht zufolge nach der Einstufung etwa das Einfrieren von Vermögen der Gruppe sowie ihrer Mitglieder. US-Bürger und Firmen dürften zudem keine Geschäfte mehr mit ihr machen.

Kumu hatte in Afghanistan mit den Taliban gekämpft und war in Pakistan festgenommen worden. Ab 2002 war er in Guantanamo inhaftiert. 2007 wurde er in seine libysche Heimat verlegt und dort im folgenden Jahr freigelassen. (APA, 8.1.2014)

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