Christen werden in Nordkorea am schlimmsten verfolgt

8. Jänner 2014, 08:34
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Open Doors: Situation für Religionsgruppe hat sich 2013 weltweit verschlechtert

Wien/Pjöngjang - Die Situation für Christen hat sich im vergangenen Jahr weltweit verschlechtert. Am meisten verfolgt wurden Christen in Nordkorea. Bereits zum zwölften Mal in Folge führt das stalinistisch geführte Land die Liste jener Länder an, in denen Christen am meisten verfolgt werden. Das geht aus dem "Weltverfolgungsindex 2014" hervor, den das christliche Hilfswerk "Open Doors" am Mittwoch veröffentlicht.

"In Nordkorea kann allein der Besitz einer Bibel ein Todesurteil oder Straflager bedeuten", erklärte Kurt Igler von der Österreich-Sektion von "Open Doors" gegenüber der APA. Rund 50.000 bis 70.000 der insgesamt 400.000 Christen in Nordkorea befänden sich in einem Straflager. Hoffnungen auf eine Verbesserung der Lage durch den Machtwechsel vor zwei Jahren wurden enttäuscht.

Weltweite Verschlechterung

Besorgniserregend ist für die NGO aber auch, dass sich die Situation für die Christen weltweit verschlechtert hat. In insgesamt 24 Ländern war die Lage für Christen 2013 schlechter als im Vorjahr. Vor allem in sogenannten "gescheiterten Staaten" hat sich die Situation laut "Open Doors" verschärft. Hauptsursache ist der wachsende islamische Extremismus in 36 der gelisteten 50 Staaten. Dieser negative Trend sei vor allem in Afrika zu beobachten, so Igler.

Somalia führt die Länder der afrikanischen Länder entlang des Sahel-Gürtels an und liegt noch vor Syrien auf Platz 2 des Gesamtrankings. Die Zentralafrikanische Republik wird heuer erstmals auf dem "Weltverfolgungsindex" genannt (Platz 16), nachdem die Gewalt zwischen muslimischen Rebellen und christlichen Bürgerwehren eskalierte, seitdem das Rebellenbündnis Seleka im März Staatschef Francois Bozize stürzte. Nur in Mali verbesserte sich die Situation leicht. Nach der Militärintervention Frankreichs konnten zahlreiche Christen in ihre Dörfer zurückkehren, daher rangiert das Land heuer auf Platz 33, nachdem es im Vorjahr noch an 7. Stelle gelegen war.

Offene Gewalt in Syrien

In Syrien (Platz 3) hat sich die Situation für die christliche Minderheit im vorigen Jahr weiter deutlich verschlechtert. "Während zu Beginn des Bürgerkriegs die Christen nicht mehr als andere Bevölkerungsgruppen betroffen waren, wurde sie in den letzten Monaten immer öfter gezielt von islamistischen Gruppierungen angegriffen," erklärte Igler. Repression schlug laut Bericht in offene Gewalt durch jihadistische Milizen um.

Ähnliche Milizen bedrohen auch die christliche Bevölkerung im Irak (Platz 4, wie im Vorjahr), teilweise in Jordanien (Platz 26; Vorjahr 34) und in Libyen, das aufgrund der zugespitzten Verfolgungslage von Rang 26 auf Platz 13 vorgerückt ist.

Buddhistische Nationalisten in Sri Lanka

Abseits des zunehmenden Gewalt durch islamistische Extremisten hat sich die Situation für Christen auch in Ländern in Asien, etwa in Vietnam, Myanmar, Indien und Sri Lanka verschärft. In Vietnam (Platz 18) werden die Christen durch das im Jänner 2013 eingeführte Religionsgesetz in ihrer Glaubensfreiheit eingeschränkt. In Sri Lanka (Platz 29) gab es wegen der erstarkenden Bewegung der buddhistischen Nationalisten vermehrte Angriffe auf die Kirche.

Auch in Kolumbien (Platz 25, Vorjahr 46) hat sich die Lage infolge der allgemein schlechteren Sicherheitslage angesichts der hohen Entführungs- und Mordrate in den von den Guerillas und Paramilitärs kontrollierten Gebieten deutlich verschlechtert.

Der Index unterscheidet zwischen zwei Hauptformen der Verfolgung: subtiler Druck und offene Gewalt. Während Christen in Länder wie die Zentralafrikanische Republik, Syrien, Pakistan, Ägypten und dem Irak am meisten unter Gewalt litten, wurde die Religionsgruppe in Nordkorea, Afghanistan, den Malediven, Somalia und Saudiarabien am meisten unterdrückt. (APA, 8.1.2014)

Weiterführender Link: 

Göttlicher Beistand für Nordkorea Das kommunistische Land ist Christenverfolger Nummer eins. Der Benediktinerorden hat genau dort ein Krankenhaus errichtet

  • Für Christen hat sich die Situation global gesehen verschlechtert.
    foto: ap photo/mohammed ballas

    Für Christen hat sich die Situation global gesehen verschlechtert.

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