Unser syrisches Problem

Einserkastl7. Jänner 2014, 19:37
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In Syrien kämpfen mehr Ausländer als je zuvor in einem vergleichbaren Konflikt

Rebellen hätten dutzende "fremder Kämpfer" der zu Al-Kaida gehörenden Gruppe "Islamischer Staat im Irak und Syrien" getötet, hieß es am Dienstag aus Syrien. Der norwegische Politologe Thomas Hegghammer befasst sich intensiv mit der Frage der Nichtsyrer, die in Syrien gegen das Assad-Regime kämpfen. Bei Lektüre seiner Artikel kann einem schon mulmig werden: In Syrien kämpfen mehr Ausländer als je zuvor in einem vergleichbaren Konflikt. 5000 sunnitische Kämpfer nicht nur aus islamischen Ländern, sondern auch aus dem Westen haben sich dem Aufstand angeschlossen.

Die Frage nach dem Warum beantwortet der Autor unter anderem mit "weil es so einfach ist". Man müsse nur in die Türkei kommen, da werde einem schon weitergeholfen.

Wie in Afghanistan in den 1980ern haben die sunnitischen Kämpfer in Syrien denselben Feind wie der Westen, vielleicht neigen wir deshalb dazu, das Problem zu verharmlosen. Frankreich, Deutschland, Großbritannien haben besonders große "Kontingente" , aber an den relativen Zahlen, gemessen an der Bevölkerung, fällt vor allem Dänemark auf. Aber auch Österreich liegt über dem Durchschnitt: Wenn Deutschland geschätzte 200 Kämpfer in Syrien hat, sollte Österreich 20 haben. Es sind jedoch 57 (Stand 2013). Nicht alle sind radikale Jihadisten, aber sie werden eher radikaler zurückkommen, als sie ausgezogen sind. Grund zur Sorge. (DER STANDARD, 8.1.2014)

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